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Indexfonds: Dieses versteckte Risiko übersehen viele Anleger

Wer mehrere Indexfonds hält, tappt leicht in die Überschneidungsfalle – und gefährdet damit die angestrebte Diversifizierung seines Portfolios.

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Indexfonds: Dieses versteckte Risiko übersehen viele Anleger

Indexfonds gelten als eines der beliebtesten Anlageinstrumente für Privatanleger. Sie bieten sofortige Diversifizierung, niedrige Kosten und sind einfach zu verstehen. Doch wer mehrere Indexfonds kombiniert, übersieht möglicherweise ein verstecktes Risiko: sogenannte Überschneidungen, auf Englisch „Overlapping".

Überschneidungen entstehen, wenn mehrere Indexfonds dieselben Wertpapiere halten. Ein klassisches Beispiel: Wer sowohl den SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) als auch den iShares Core S&P 500 ETF (IVV) besitzt, hält faktisch zweimal denselben Index. Beide Fonds bilden den S&P 500 ab und enthalten naturgemäß dieselben Aktien – darunter die größten Positionen, die aktuell häufig KI-Unternehmen sind.

Zwei Arten von Überschneidungen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Formen des Overlappings. Bei der Aktien-Überschneidung taucht dieselbe Einzelaktie in mehreren Fonds auf. Bei der Sektor-Überschneidung sind mehrere Fonds stark in denselben Sektor gewichtet – etwa Informationstechnologie, Immobilien oder das Gesundheitswesen. Beide Varianten können die Wirkung der Diversifizierung erheblich abschwächen.

Das eigentliche Problem liegt dabei nicht darin, mehrere Indexfonds zu besitzen. Wer zwei Fonds hält, die denselben Index abbilden, benötigt schlicht keinen zweiten, um seine Anlageziele zu erreichen. Wer hingegen echte Diversifizierung anstrebt, sollte sein Spektrum gezielt erweitern – etwa durch einen Fonds, der internationale Märkte oder Schwellenländer abbildet, anstatt erneut in einen US-lastigen Index zu investieren.

Konkrete Risiken für das Portfolio

Die Folgen von Überschneidungen sind nicht zu unterschätzen. Erstens leidet die Diversifizierung: Anleger sind möglicherweise nicht so breit in verschiedenen Sektoren und Anlageklassen investiert, wie sie es beabsichtigen. Zweitens steigt die Risikoexponierung: Wer mehrere Fonds hält, die signifikante Anteile an einem einzigen Technologieunternehmen halten, ist unverhältnismäßig stark von dessen Kursentwicklung abhängig. Verluste dieses Unternehmens treffen das Gesamtportfolio dann gleich mehrfach.

Besonders wichtig ist dabei ein oft übersehener Aspekt: Überschneidungen beschränken sich nicht nur auf das Zusammenspiel verschiedener Indexfonds untereinander. Auch andere Anlageformen wie ein betriebliches Altersvorsorgeprodukt, ein 401(k)-Plan oder einzeln gehaltene Aktien können mit den eigenen Indexfonds überlappen. Wer sein Portfolio ganzheitlich betrachtet, wird bei einer genauen Prüfung häufig zumindest einige Überschneidungen entdecken.

So lassen sich Überschneidungen erkennen

Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Analyse-Tools, mit denen Anleger das Ausmaß von Überschneidungen in ihren Fonds bewerten können. Diese Tools benötigen in der Regel nur den Namen des jeweiligen Fonds. Fast augenblicklich wird der Umfang der Überschneidung angezeigt – üblicherweise als Prozentsatz. So lässt sich schnell erkennen, ob zu viele Eier in einem Korb liegen.

Für deutsche Privatanleger, die ihr Depot mit ETFs aufbauen, ist das Thema besonders relevant. Viele kombinieren etwa einen MSCI World ETF mit einem S&P 500 ETF – ohne zu beachten, dass US-amerikanische Aktien bereits einen Großteil des MSCI World ausmachen. Eine bewusste Fondsauswahl und der regelmäßige Einsatz von Overlap-Analysetools helfen dabei, das Portfolio wirklich breit aufzustellen und versteckte Klumpenrisiken zu vermeiden.

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