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Impact-Fonds trotzen ESG-Backlash mit stabiler Investorennachfrage

Trotz politischem Gegenwind unter Trump bleibt das Kapital für Impact-Investing-Fonds stabil – mit 31 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Impact-Fonds trotzen ESG-Backlash mit stabiler Investorennachfrage

Private-Capital-Fonds, die explizit positive ökologische oder soziale Ergebnisse anstreben, haben im vergangenen Jahr 31 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Das entspricht laut Daten des Analyseanbieters Preqin exakt dem Niveau des Vorjahres. Die Zahlen widersprechen damit Prognosen, wonach die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus das Impact Investing zum Erliegen bringen würde.

Besonders stark schnitten impact-orientierte Infrastrukturfonds ab, die sich vielfach auf erneuerbare Energien konzentrieren. Sie machten mit 24 Milliarden US-Dollar den Löwenanteil des eingeworbenen Kapitals aus. Damit zeigt sich: Investoren haben das Segment nicht aufgegeben – auch wenn der politische Druck in den USA erheblich zugenommen hat.

Zu den herausragenden Einzelergebnissen zählt ein Fonds von Brookfield Asset Management in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar, den das Unternehmen als das bisher größte Vehikel für saubere Energie bezeichnet. Copenhagen Infrastructure Partners sammelte parallel 12 Milliarden Euro für ein Vehikel ein, das sich auf große Greenfield-Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien fokussiert. Diese Rekordsummen wurden trotz Trumps aktiver Kampagne gegen erneuerbare Energien erzielt – seine Regierung hat einen Großteil der US-Onshore-Entwicklung gestoppt und wiederholt versucht, Offshore-Windprojekte zu blockieren.

Renditedruck verdrängt rein ethische Motive

Ian Simm, Gründer von Impax Asset Management, erklärt die anhaltende Nachfrage differenziert. „Einige Investoren, insbesondere in den USA, haben sich von Anlagen abgewandt, die als ‚Impact' oder ‚ESG' gekennzeichnet sind", sagte er. Viele Investoren in solchen Vehikeln seien jedoch ohnehin durch Faktoren motiviert gewesen, die über ethische Aspekte hinausgingen. Simm verwies zudem darauf, dass die Argumente für Energieresilienz durch erneuerbare Energien durch den Krieg im Nahen Osten in diesem Jahr zusätzlich gestärkt worden seien.

Branchenexperten betonen dabei einen klaren Wandel in der Investorenerwartung: Die einst verbreitete Auffassung, Anleger könnten zugunsten positiver Ergebnisse auf Rendite verzichten, sei vollständig in Ungnade gefallen. Hilary Wiek, Forscherin beim Datenanbieter PitchBook, beschreibt das vergangene Jahr als „ein gewisses Übergangsjahr" für die Anlegerstimmung. „Man kann nicht einfach sagen, dass man ein soziales Gut will; man braucht eine gute Rendite", so Wiek.

Auch die Struktur der nachgefragten Fonds verändert sich. Ali Floyd, Partner beim Fundraising-Beratungsunternehmen Campbell Lutyens, beobachtet eine Abschwächung der Nachfrage nach Fonds, die mehrere Sektoren unter dem Impact-Begriff zusammenfassen. „Wir haben eine Abschwächung der Investorennachfrage nach Fonds beobachtet, die sowohl soziale als auch ökologische Auswirkungen umfassen, oder nach Fonds, die beispielsweise eine Schule und ein Unternehmen der Energiewende in einen Topf werfen", sagte Floyd. Spezifische Themen wie erneuerbare Energien seien dagegen populärer geworden.

Ausblick: Leichter Rückgang für 2026 möglich

Im laufenden Jahr haben impact-orientierte Fonds laut Preqin bisher 13 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr würde dies einen leichten Rückgang für 2026 bedeuten. Preqin weist jedoch darauf hin, dass die Fundraising-Zahlen aufgrund von Meldeverzögerungen gegen Jahresende typischerweise ansteigen – eine endgültige Bewertung ist daher verfrüht.

Andreas Aschenbrenner, Leiter des impact-orientierten Private-Equity-Fonds von EQT in Höhe von 3 Milliarden Euro, sieht die Fundamentaldaten des Sektors unverändert stark. Er kritisiert, dass viele kleinere Vehikel der „institutionellen Schlagkraft" gefehlt habe, um die Performance voranzutreiben – manche hätten lediglich versucht, auf der Welle des früheren Nachhaltigkeitsinteresses mitzureiten. Sein Fazit fällt dennoch optimistisch aus: „Wer 2016 nicht über die Digitalisierung eines Unternehmens nachgedacht hat, würde 2026 als Narr gelten. Nachhaltigkeit ist das neue Digital."

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