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IMAX profitiert vom Boom der Premium-Kinoformate weltweit

Während Disney mit einem eigenen Zertifizierungsprogramm antritt, unterstreicht der Schritt die wachsende Bedeutung von Premium-Großbildformaten.

IMAX profitiert vom Boom der Premium-Kinoformate weltweit

IMAX ist im Kinogeschäft eine feste Größe – und das, obwohl das Unternehmen selbst keine Filme produziert. Die Technologieplattform für Premium-Großbildvorführungen (PLF) steht nun vor einem ungewöhnlichen Wettbewerb: Disney, einer der mächtigsten Konzerne der Unterhaltungsbranche, tritt mit einem eigenen Zertifizierungsprogramm namens Infinity Vision an. Doch Branchenbeobachter sehen darin weniger eine Bedrohung als vielmehr eine Bestätigung der Stärke des gesamten PLF-Segments.

Der Auslöser für Disneys Vorstoß ist konkret: Der fünfte Teil des Marvel-Franchise „Avengers" wurde von einem Sommerstart auf den 18. Dezember verschoben. Zu diesem Zeitpunkt hatte jedoch „Dune: Part Three" von Warner Bros. bereits die IMAX-Leinwände für dieses Zeitfenster reserviert. Disney stand damit vor einem Problem und reagierte mit einer eigenen Lösung.

Disneys Infinity Vision als Reaktion auf IMAX-Engpässe

Auf der jährlichen Branchenkonferenz CinemaCon kündigte Disney das Programm Infinity Vision an. Dabei handelt es sich um ein Zertifizierungsprogramm für PLF-Leinwände, die nicht zum IMAX-System gehören. Bis zum Herbst sollen eine Reihe solcher Leinwände zertifiziert sein – rechtzeitig zum Start des neuen Avengers-Films. Laut Disney könnten sich mehr als 75 heimische PLF-Marken, die über 1.000 Leinwände betreiben, potenziell dem Programm anschließen.

Für deutsche Kinogänger ist das Konzept der Premium-Großbildformate längst vertraut: IMAX-Säle mit ihrer charakteristischen Riesenleinwand und dem speziellen Tonsystem sind auch hierzulande in großen Multiplexen zu finden. Das PLF-Segment hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Umsatztreiber für die Kinowirtschaft etabliert, da Zuschauer bereit sind, für ein besonderes Erlebnis deutlich mehr zu bezahlen als für eine reguläre Vorstellung.

IMAX bleibt trotz Konkurrenz der dominierende Anbieter

Trotz des Eintritts von Disney in den PLF-Markt bleibt IMAX in Nordamerika klar führend. Das Unternehmen betreibt 426 Leinwände in seinem nordamerikanischen Kinonetz und ist damit der mit Abstand größte Einzelanbieter in diesem Segment. Die schiere Anzahl der konkurrierenden PLF-Marken – mehr als 75 allein in den USA – zeigt zwar, wie fragmentiert der Markt ist, unterstreicht aber gleichzeitig, wie dominant IMAX innerhalb dieser Landschaft aufgestellt ist.

Dass ausgerechnet Disney, ein Unternehmen mit enormer Marktmacht und globaler Reichweite, ein eigenes PLF-Programm ins Leben ruft, sendet ein klares Signal an die gesamte Branche: Premium-Vorführungen sind kein Nischenprodukt mehr, sondern ein zentraler Bestandteil des modernen Kinogeschäfts. Für IMAX bedeutet dieser Wettbewerb zwar eine neue Herausforderung, bestätigt aber zugleich die strategische Relevanz des eigenen Geschäftsmodells.

Die Entwicklung zeigt, dass die Erholung der Kinokassen nach den schwierigen Pandemiejahren vor allem durch hochwertige Erlebnisformate vorangetrieben wird. Wer in der ersten Reihe sitzt, wenn es um Premium-Kino geht, ist IMAX – und daran dürfte sich so schnell nichts ändern.

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