Illinois verdoppelt Cannabis-Besitzlimit und reformiert Hanf-Vorschriften
Gouverneur JB Pritzker unterzeichnet umfassendes Cannabis-Gesetz mit weitreichenden Änderungen für Verbraucher und Unternehmen.

Der US-Bundesstaat Illinois hat sein Cannabis-Recht grundlegend reformiert. Gouverneur JB Pritzker unterzeichnete am 12. Juni 2026 das Gesetz SB 3222, das die legale Besitzmenge für Erwachsene verdoppelt, Hanf-THC-Produkte stärker reguliert und die Betriebsvorschriften für lizenzierte Cannabis-Unternehmen modernisiert. Das Gesetz hatte zuvor sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat des Bundesstaates passiert.
Konkret dürfen Einwohner von Illinois, die älter als 21 Jahre sind, künftig bis zu 60 Gramm Marihuana-Blüten legal besitzen – bislang lag die Grenze bei 30 Gramm. Zusätzlich sind nun bis zu 10 Gramm Cannabis-Konzentrate sowie infundierte Produkte mit bis zu 1.000 mg THC erlaubt, was ebenfalls einer Verdoppelung der bisherigen Grenzwerte entspricht. Auch für Nicht-Einwohner des Bundesstaates gelten ab sofort die verdoppelten Besitzmengen.
Strafeinträge können gelöscht werden
Das neue Gesetz schafft zudem Erleichterungen für Personen mit früheren Verurteilungen. Wer in der Vergangenheit wegen des Besitzes von bis zu 60 Gramm Marihuana verurteilt wurde, kann diesen Eintrag nun aus dem Strafregister löschen lassen. Bisher war eine solche Tilgung nur für Verurteilungen mit bis zu 30 Gramm möglich.
„Anstatt zuzulassen, dass ein undurchsichtiger Markt weiterhin Menschen gefährdet, ergreift Illinois Maßnahmen, um Verbraucher jeden Alters, insbesondere Kinder, vor irreführenden Verpackungen und Kennzeichnungen zu schützen", erklärte Pritzker in einer offiziellen Pressemitteilung. Der Gouverneur hatte bereits 2019 die ursprüngliche Legalisierungspolitik des Bundesstaates unterzeichnet und baut mit SB 3222 auf diesem Fundament auf.
Hanf-THC-Produkte werden strenger reguliert
Ein zentrales Element des Gesetzes betrifft den boomenden Markt für Hanf-THC-Produkte. Das Gesetz rekriminalisiert Hanfprodukte mit mehr als 0,4 Milligramm THC pro Packung – in Übereinstimmung mit einem Bundesverbot, das in den USA voraussichtlich im November in Kraft treten soll. Der Verkauf solcher Produkte an Personen unter 21 Jahren ist bereits ab sofort verboten, während die umfassenderen Hanf-Beschränkungen im Bundesstaat am 12. November wirksam werden.
Vizegouverneurin Juliana Stratton betonte die sozialpolitische Dimension des Gesetzes: „Illinois ist landesweit führend beim Aufbau einer Cannabisindustrie, die sowohl soziale Gerechtigkeit als auch die öffentliche Sicherheit priorisiert, und SB 3222 baut auf diesem Fortschritt auf." Sie hob hervor, dass das Gesetz klare Standards für die Branche schaffe und gleichzeitig Chancen für vielfältige Unternehmen und Gemeinschaften erhalte.
Neue Möglichkeiten für Cannabis-Unternehmen
Das Gesetz bringt auch erhebliche operative Erleichterungen für lizenzierte Cannabis-Betriebe. Abgabestellen dürfen künftig Drive-thrus und Abholmöglichkeiten am Straßenrand anbieten sowie bis 2 Uhr morgens geöffnet bleiben. Für handwerkliche Cannabis-Anbauer werden die Anbauflächenbegrenzungen von 5.000 auf 14.000 Quadratfuß ausgeweitet, was einer Erweiterung um fast das Dreifache entspricht.
Darüber hinaus lockert das Gesetz einige Sicherheitsanforderungen für Marihuana-Unternehmen und erlässt oder reduziert Gebühren für kleinere Betreiber. Medizinische Cannabis-Zertifikate können künftig auch per Telemedizin ausgestellt werden, was den Zugang für Patienten erleichtert. Alle Marihuana-Abgabestellen erhalten zudem die Möglichkeit, sich separat für den Verkauf von medizinischem Cannabis zu registrieren.
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Zur AktienanalyseErweiterter medizinischer Zugang
Auch die Liste der für medizinisches Marihuana qualifizierenden Erkrankungen wird durch SB 3222 erweitert. Neu aufgenommen wurden weibliche Orgasmusstörungen, Endometriose, Eierstockzysten und Uterusmyome. Dies öffnet den medizinischen Cannabis-Zugang für eine breitere Patientengruppe im Bundesstaat.
Illinois gilt in den USA als einer der Vorreiter bei der regulierten Legalisierung von Cannabis. Mit SB 3222 setzt der Bundesstaat seinen Kurs fort, den legalen Markt weiterzuentwickeln, den Verbraucherschutz zu stärken und gleichzeitig wirtschaftliche Chancen für diverse Unternehmen zu schaffen.


