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Illegales Amazonas-Gold im Wert von Milliarden trotz Brasiliens Verboten

Greenpeace enthüllt: „Geister-Genehmigungen" verschleiern illegalen Goldabbau im Amazonas trotz Lulas Versprechen.

Illegales Amazonas-Gold im Wert von Milliarden trotz Brasiliens Verboten

Trotz des erklärten Kampfes von Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gegen den illegalen Goldbergbau wird im Amazonas-Regenwald weiterhin Gold im Milliardenwert illegal gefördert. Das zeigt eine neue Studie der gemeinnützigen Organisation Greenpeace. Illegale Schürfer haben sich dabei an die verschärften Kontrollen angepasst und nutzen raffinierte Methoden, um ihre Aktivitäten zu verschleiern.

Lula hatte bei seinem Amtsantritt im Jahr 2023 versprochen, den illegalen Goldbergbau in indigenen Gebieten und Naturschutzzonen zu beenden. Unter seinem rechtsextremen Vorgänger Jair Bolsonaro hatte dieser jahrelang expandiert. Im vergangenen Jahr beschlagnahmte die brasilianische Bundespolizei immerhin eine Rekordmenge von 447 Kilogramm illegal gefördertem Gold – ein Zeichen, dass die Behörden aktiver vorgehen.

Geister-Genehmigungen als Schlupfloch

Doch die Bergleute haben sich angepasst. Laut der Greenpeace-Studie nutzen sie Genehmigungen für Gebiete, in denen gar kein Bergbau stattfindet, um die Herkunft von illegal gefördertem Gold zu verschleiern. Greenpeace analysierte dafür 187 Waldgebiete mit Schürfrechten der brasilianischen Bergbaubehörde ANM in der Nähe von indigenen Territorien und Schutzgebieten im Amazonasbecken.

Das Ergebnis ist alarmierend: 98 dieser Gebiete wiesen keinerlei Anzeichen von Bergbauaktivitäten auf. Dennoch wurden diese sogenannten „Geister-Genehmigungen" genutzt, um den Verkauf von 26,8 Tonnen Gold im geschätzten Wert von 3,88 Milliarden US-Dollar zwischen 2018 und März 2026 zu rechtfertigen. Der aktuelle Rekordhoch beim Goldpreis – getrieben durch massive geopolitische Instabilität weltweit – macht dieses illegale Geschäft besonders lukrativ.

Reuters-Journalisten überflogen zwei der im Datensatz aufgeführten konzessionierten Gebiete und bestätigten die Greenpeace-Erkenntnisse aus der Luft: Trotz Papieren, die eine enorme Fördermenge im Tagebau auswiesen, war keinerlei Aktivität zu sehen. Nur sechs Flugminuten entfernt entdeckten die Journalisten hingegen einen großen, aktiven illegalen Betrieb in einem Schutzgebiet.

Indigene Völker leiden unter den Folgen

Woher genau das gesamte durch „Geister-Genehmigungen" gedeckte Gold stammt, ist nicht vollständig geklärt. Forscher und Ermittler gehen jedoch davon aus, dass ein Großteil aus Schutzgebieten und indigenen Territorien stammt – darunter das Land der Kayapo im Bundesstaat Pará.

Kayapo-Häuptling Megaron Txucarramae brachte seine Frustration über das Ausbleiben staatlicher Maßnahmen deutlich zum Ausdruck. „Ich weiß nicht, was noch nötig ist, um den illegalen Bergbau auf indigenem Land zu stoppen", sagte er. „Er zerstört das Land, verschmutzt die Flüsse, und die indigenen Völker essen, ohne es zu merken, vergifteten Fisch."

Die brasilianische Bergbaubehörde ANM erklärte in einer Stellungnahme, sie prüfe die von Greenpeace gemeldeten Genehmigungen auf Unregelmäßigkeiten. Die Behörde räumte ein, dass die Amazonasregion angesichts tausender ausgestellter Lizenzen „massive logistische Herausforderungen und Aufsichtsprobleme" mit sich bringe.

Greenpeace fordert konsequentes Handeln

Für Greenpeace Brasilien ist die Botschaft klar: Solange das System der Bergbaugenehmigungen als Geldwäsche-Instrument missbraucht werden kann, wird der illegale Abbau nicht aufhören. „Solange es möglich ist, Gold mithilfe von Bergbaugenehmigungen reinzuwaschen, wird es eine Ausweitung dieser Aktivitäten im Amazonasgebiet geben", warnte Danicley Aguiar, Sprecher von Greenpeace Brasilien.

Für Anleger und Verbraucher in Deutschland ist der Fall relevant: Gold aus fragwürdigen Quellen kann über internationale Handelsketten in den europäischen Markt gelangen. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit strengerer Sorgfaltspflichten entlang der gesamten Goldlieferkette – von der Mine bis zum Endprodukt.

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