IHC und Adani planen 11,5-Milliarden-Dollar-Aluminiumprojekt in Indien
Das Joint Venture zwischen der Abu Dhabi-Gruppe IHC und Adani markiert die größte ausländische Investition im indischen Metallsektor.

Die International Holding Company (IHC) aus Abu Dhabi und die indische Adani Group wollen gemeinsam 11,5 Milliarden US-Dollar in ein integriertes Aluminiumprojekt im ostindischen Bundesstaat Odisha investieren. Ein Regierungsvertreter bestätigte am Donnerstag bei der Unterzeichnung des Memorandums of Understanding (MoU), dass es sich dabei um die bisher größte ausländische Investition im Metallsektor Indiens handelt. Beide Partner halten jeweils eine Beteiligung von 50 Prozent an dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen.
Das Vorhaben ist umfassend angelegt und deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Aluminiumproduktion ab. Geplant sind eine Raffinerie, eine Schmelzhütte, ein eigenes Kraftwerk sowie ein Industriepark für die nachgelagerte Aluminiumverarbeitung. Damit entsteht in Odisha ein vollständig integrierter Aluminiumkomplex, der auf heimischen Rohstoffvorkommen aufbaut.
Odisha als strategischer Standort
Die Wahl des Bundesstaates Odisha ist kein Zufall. Die Region verfügt über einige der größten Bauxitreserven Indiens und ist bereits heute für 54 Prozent der gesamten indischen Aluminiumproduktion verantwortlich. Bauxit ist der wichtigste Rohstoff für die Aluminiumherstellung und bildet die Grundlage für die geplante Raffinerie, in der zunächst Tonerde (Aluminiumoxid) gewonnen wird.
Die geplanten Kapazitäten des Projekts sind beeindruckend: Der Komplex soll vier Millionen Tonnen Tonerde pro Jahr sowie zwei Millionen Tonnen Aluminium pro Jahr produzieren. Hinzu kommen nachgelagerte Aluminiumanlagen mit einer Kapazität von einer Million Tonnen pro Jahr, die Halbzeuge und Fertigprodukte für die Weiterverarbeitung liefern sollen.
Beschäftigung und wirtschaftliche Bedeutung
Das Megaprojekt soll laut Regierungsangaben insgesamt 53.500 Arbeitsplätze schaffen. Davon entfallen 35.000 Stellen auf die Bauphase, während nach der Inbetriebnahme weitere 18.500 dauerhafte Arbeitsplätze entstehen sollen. Für eine strukturschwache Region wie Odisha wäre dies ein erheblicher wirtschaftlicher Impuls.
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Zur AktienanalyseDie Investition fällt in eine Phase, in der Indien gezielt seine heimische Aluminiumproduktion ausbauen will. Die Nachfrage nach dem Leichtmetall wächst in den Bereichen Infrastruktur, Energie, Transport und erneuerbare Energien stark an. Gleichzeitig versucht das Land, seine Abhängigkeit von Importen veredelter Metallprodukte zu reduzieren – ein strategisches Ziel, das durch Großprojekte wie dieses vorangetrieben werden soll.
Aluminium gilt weltweit als Schlüsselmaterial der Energiewende: Es wird unter anderem für Solarpanelrahmen, Windkraftanlagen, Elektrofahrzeuge und Hochspannungsleitungen benötigt. Indien, als eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, sieht in der Stärkung der eigenen Metallproduktion einen wichtigen Baustein für seine industrielle Unabhängigkeit.


