IG Metall will 35-Stunden-Woche in Stahlindustrie
Arbeitgeber lehnen pauschale Reduzierung ab

Die Forderungen der IG Metall und der Lokführergewerkschaft GDL nach kürzeren Arbeitszeiten haben in Deutschland für Aufsehen gesorgt. Die IG Metall drängt auf eine Arbeitszeitverkürzung von 35 auf 32 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich in der Stahlindustrie, während die GDL bei der Deutschen Bahn eine Arbeitszeitverkürzung für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden ohne Lohnkürzungen fordert. Diese Forderungen, die vor allem auf eine bessere Work-Life-Balance abzielen, treffen auf gemischte Reaktionen.
Die IG Metall argumentiert, dass die Arbeitszeitverkürzung die Arbeitsplätze sicherer machen und die Attraktivität der Branche steigern würde. Studien zeigen, dass die Produktivität durch kürzere Arbeitszeiten nicht notwendigerweise leidet und sogar gesteigert werden kann. Diese Sichtweise wird jedoch von den Arbeitgebern nicht geteilt, die darauf hinweisen, dass jede Arbeitskraft, insbesondere während der Transformation zur klimaneutralen Stahlproduktion, benötigt wird. Sie betonen, dass eine pauschale Arbeitszeitverkürzung für alle nicht umgesetzt werden kann.
Die Arbeitgeberseite reagierte auf die Forderungen der IG Metall mit einem Angebot von 3,1 Prozent Lohnerhöhung über 15 Monate, was die Gewerkschaft als unzureichend zurückwies. Die IG Metall verweist dabei auf die Rekordumsätze der Branche im letzten Jahr und darauf, dass die Lohnkosten in der Stahlerzeugung nur einen geringen Anteil ausmachen. Sie argumentiert, dass die bedeutenderen Faktoren die Energiekosten sind, wobei die Bundesregierung bereits Entlastungen für energieintensive Betriebe zugesagt hat.
Die Forderungen nach kürzeren Arbeitszeiten spiegeln einen Trend wider, der sich auch in anderen Branchen zeigt. Die IG Metall hatte bereits 2018 in der Metall- und Elektroindustrie ein "Tarifliches Zusatzgeld" ausgehandelt, das Beschäftigten ermöglicht, unter bestimmten Bedingungen ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Die GDL fordert neben der Arbeitszeitverkürzung auch eine Lohnerhöhung um 555 Euro pro Monat für Schichtarbeiter.
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Zur AktienanalyseEine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, dass der Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten bei Vollzeitbeschäftigten seit der Coronapandemie gestiegen ist. Allerdings tendieren die Arbeitszeitwünsche eher zu mehr Flexibilität und individuellen Anpassungen als zu generellen Modellen wie einer Viertagewoche.


