IG Metall kündigt Warnstreiks ab Dienstag an
Gewerkschaft fordert deutliche Lohnerhöhung, Arbeitgeber bieten wenig Bewegung

Die IG Metall plant, ab dem kommenden Dienstag in vielen Metall- und Elektroindustriebetrieben Warnstreiks durchzuführen. Laut der für Tariffragen zuständigen Vorständin Nadine Boguslawski sei dieser Schritt erforderlich, um den Verhandlungsprozess zu beschleunigen. Sie betont, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein starkes Bedürfnis hätten, den Arbeitgebern die Dringlichkeit der Situation vor Augen zu führen. Warnstreiks seien notwendig, um rasch Bewegung in die festgefahrenen Gespräche zu bringen. Niemand wolle, dass die Tarifverhandlungen zu einer langwierigen Angelegenheit werden.
Die Friedenspflicht der geltenden Flächentarifverträge für rund 3,9 Millionen Beschäftigte endet am Montag um Mitternacht. In den bisherigen zwei Verhandlungsrunden konnten die Tarifparteien keine Annäherung erzielen. Während die IG Metall eine Lohnerhöhung von sieben Prozent innerhalb eines Jahres fordert, haben die Arbeitgeber ein Angebot von 3,6 Prozent über einen Zeitraum von 27 Monaten vorgelegt. Die erste Erhöhung um 1,7 Prozent soll dabei im Juli 2025 in Kraft treten. Die Arbeitgeberseite argumentiert, dass schwache Produktionswerte und fehlende Aufträge ihnen wenig Spielraum für höhere Lohnangebote lassen.
Boguslawski zeigt sich unzufrieden mit dem aktuellen Angebot der Arbeitgeber. Sie bezeichnet es als „zu dürftig“ und erklärt, dass eine erst später einsetzende Lohnerhöhung, die noch nicht einmal die prognostizierte Inflation ausgleicht, für die Beschäftigten nicht akzeptabel sei. Es gehe darum, den Menschen Perspektiven und finanzielle Mittel zu geben, die sie ausgeben könnten. Dies würde auch der Binnenkonjunktur helfen.
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Zur AktienanalyseIn ihrer Stellungnahme fordert Boguslawski die Arbeitgeber auf, mit spürbaren und schnellen Entgeltsteigerungen Verantwortung zu übernehmen. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage sei es notwendig, das sogenannte „Angst-Sparen“ zu bekämpfen. Die Arbeitgeber müssten sich der Herausforderung stellen und aktiv zur Stabilisierung der Konsumlaune beitragen. Die bisherigen Vorschläge der Unternehmen reichten aus Sicht der Gewerkschaft nicht aus, um das Vertrauen und die Kaufkraft der Beschäftigten zu stärken.


