IG Metall fordert sieben Prozent mehr Gehalt
Erweiterung von Freizeitoptionen und besonderer Zuschlag für niedrige Einkommensgruppen

Die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) hat ihre Forderungen für die bevorstehenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie festgelegt. Der Vorstand der Gewerkschaft beschloss in Frankfurt am Main, sieben Prozent mehr Gehalt für Angestellte sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 170 Euro zu fordern. Zusätzlich sollen die seltenen niedrigen Einkommensgruppen in der Metallindustrie einen besonderen Zuschlag erhalten. Die Möglichkeit, Gehalt gegen Freizeit zu tauschen, soll ebenfalls erweitert werden. Diese Forderungen basieren auf umfangreichen Befragungen der Beschäftigten in den sieben Bezirksverbänden der IG Metall und einer zentralen Online-Umfrage.
Der Vorstandsbeschluss wird nun in den Bezirksverbänden der Gewerkschaft diskutiert. Die Zeit drängt, da die Bezirke bereits am kommenden Freitag ihre Beschlüsse fassen werden, die dann in drei Wochen zu einer endgültigen Forderung zusammengeführt werden sollen. Die Arbeitgeberseite, vertreten durch den Spitzenverband Gesamtmetall, wies die Forderung von sieben Prozent erwartungsgemäß zurück. Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf betonte, dass sich die Branche in einer Rezession befinde und die Vorstellungen der IG Metall unrealistisch seien. Er appellierte an die Gremien der Gewerkschaft, eine realistischere Einschätzung der Lage vorzunehmen.
Die Tarifverhandlungen für insgesamt vier Millionen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie beginnen Mitte September, wobei die Friedenspflicht Ende Oktober endet und Warnstreiks möglich werden. Die IG Metall setzt dabei auf eine gut vorbereitete Tarifrunde. Dies beinhaltet die Kalkulation dessen, was die Arbeitgeber notfalls herausrücken können, die Kommunikation möglicher Forderungen an der Basis sowie die intensive Wahrnehmung der Wünsche der Mitglieder. Die Gewerkschaft strebt danach, als moderner Gestalter wahrgenommen zu werden und betont die Bedeutung von Verlässlichkeit und Verantwortung.
Die Beteiligung der Basis ist ein wichtiger Aspekt der Gewerkschaftsarbeit. Ehrenamtliche Vertrauensleute, gewählte Betriebsräte und Gewerkschaftssekretäre sollen aktiv eingebunden werden. Eine Umfrage im Bezirk Mitte zielte auf die Motivation und Selbstverpflichtung der Mitglieder für einen Tarifkampf ab. Mit 2,2 Millionen Mitgliedern ist die IG Metall die größte Einzelgewerkschaft der Welt und bemüht sich, neue Mitglieder zu gewinnen. Die Forderung nach einer höheren Ausbildungsvergütung soll insbesondere junge Leute ansprechen und die Attraktivität der Gewerkschaft steigern.
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Zur AktienanalyseTarif-Vorständin Nadine Bugoslawski erinnerte daran, dass die Metall-Tarife seit 15 Jahren stärker steigen als die Lebenshaltungskosten. Sie hob die letzten Tarifsteigerungen von 5,2 und 3,3 Prozent als positive Beispiele hervor und deutete an, dass die kommende Tarifrunde gemäßigter ausfallen könnte. Die zunächst breit diskutierte Vier-Tage-Woche ist nicht mehr im Gespräch, was ebenfalls auf eine gemäßigte Tarifrunde hindeutet. Die Gewerkschaft betont weiterhin die Notwendigkeit, den Industriestandort Deutschland zu stärken und die Herausforderungen der Branche im Umbruch zu meistern.


