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iFood verklagt Keeta wegen mutmaßlicher Wirtschaftsspionage in Brasilien

Der brasilianische Marktführer iFood wirft dem chinesischen Konkurrenten Keeta vor, gezielt vertrauliche Geschäftsinformationen ausspioniert zu haben.

iFood verklagt Keeta wegen mutmaßlicher Wirtschaftsspionage in Brasilien

Die brasilianische Essensliefer-App iFood hat vor einem Wirtschaftsgericht in São Paulo Klage gegen den Konkurrenten Keeta eingereicht. iFood, das sich im Besitz der niederländischen Investmentgruppe Prosus befindet, wirft dem vom chinesischen Konzern Meituan kontrollierten Wettbewerber unlauteren Wettbewerb vor. Grundlage der Klage sind Vorwürfe der mutmaßlichen Wirtschaftsspionage.

In der Klageschrift fordert iFood eine gerichtliche Anordnung, die Keeta zur Änderung seiner Geschäftspraktiken verpflichten soll. Darüber hinaus verlangt das Unternehmen Schadensersatz in Höhe von 1 Million Reais für immaterielle Schäden sowie eine weitere, noch festzulegende Entschädigung. Die entsprechenden Dokumente liegen der Nachrichtenagentur Reuters vor.

Die Vorwürfe im Detail

Laut Klageschrift sollen Beratungsunternehmen gezielt Mitarbeiter von iFood kontaktiert haben, um gegen eine „erhebliche Vergütung" vertrauliche Geschäftsinformationen zu beschaffen. iFood gibt an, einen inzwischen ehemaligen Mitarbeiter identifiziert zu haben, der ein solches Angebot angenommen und an einer Videokonferenz teilgenommen habe – noch während er im Unternehmen beschäftigt war.

Dieser Vorfall habe polizeiliche Ermittlungen ausgelöst, in deren Rahmen elektronische Geräte durchsucht und beschlagnahmt wurden. Durch diese Maßnahmen soll iFood Dokumente erhalten haben, die belegen, dass an den fraglichen Gesprächen Konten beteiligt waren, die mit der Domain des chinesischen Konzerns Meituan verknüpft sind. Dies stellt für iFood den entscheidenden Beweis für eine direkte Verbindung zu Keeta dar.

Keeta weist Vorwürfe zurück

Keeta reagierte auf die Anschuldigungen mit einer klaren Gegendarstellung. In einer Stellungnahme gegenüber Reuters erklärte das Unternehmen, sich für einen offenen und fairen Markt unter vollständiger Einhaltung aller gesetzlichen Anforderungen einzusetzen. Keeta bestritt ausdrücklich, Dritte damit beauftragt zu haben, in seinem Namen Personen zu solchen Zwecken zu kontaktieren.

Zudem teilte Keeta mit, bisher keine formelle Benachrichtigung über die Klage erhalten zu haben. Der Rechtsstreit findet vor dem Hintergrund eines intensiven Wettbewerbs auf dem brasilianischen Liefermarkt statt, der zu den größten in Lateinamerika zählt.

Milliarden-Einstieg in einen umkämpften Markt

Keeta hatte seinen Markteintritt in Brasilien vor rund einem Jahr angekündigt und dabei eine Anfangsinvestition von rund einer Milliarde US-Dollar in Aussicht gestellt. Der brasilianische Markt für Essenslieferungen wird bislang klar von iFood dominiert. Der Einstieg des von Meituan – einem der größten Liefer- und Technologiekonzerne Chinas – kontrollierten Unternehmens gilt als direkte Herausforderung dieser Marktstellung.

Für deutsche Anleger ist der Fall besonders relevant, da Prosus, die Muttergesellschaft von iFood, an der Euronext Amsterdam notiert ist und zum südafrikanischen Medien- und Technologiekonzern Naspers gehört. Der Ausgang des Rechtsstreits könnte Signalwirkung für den Wettbewerb chinesischer Technologiekonzerne auf lateinamerikanischen Märkten haben.

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