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Ifo-Daten: Stimmung in der deutschen Autoindustrie hellt sich auf

Das Geschäftsklima in der Automobilbranche verbessert sich leicht – doch US-Zölle und hohe Unsicherheit belasten weiterhin.

Ifo-Daten: Stimmung in der deutschen Autoindustrie hellt sich auf

Die deutsche Automobilindustrie schöpft wieder etwas Hoffnung. Das Ifo-Geschäftsklima für die Branche stieg im Mai auf minus 20,8 Punkte, nach minus 23,5 Zählern im April. Das Münchner Ifo-Institut veröffentlichte diese Zahlen am Mittwoch. Die befragten Unternehmen beurteilten sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Aussichten für die kommenden Monate etwas positiver als noch im Vormonat.

Dennoch bleibt die Gesamtstimmung angespannt. „Angesichts der weiterhin hohen Unsicherheit bleibt die Stimmung in der Autoindustrie dennoch sehr gedrückt", kommentierte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl die Ergebnisse. Für Privatanleger, die in Automobilwerte investiert sind, liefert der Indikator damit ein gemischtes Bild: eine leichte Erholung, aber noch kein klarer Aufwärtstrend.

Exporterwartungen brechen ein

Besonders deutlich trübt sich der Ausblick beim Auslandsgeschäft ein. Das Barometer für die Exporterwartungen fiel im Mai drastisch von plus 11,7 auf minus 16,4 Punkte. Als Hauptursache nennen die Ifo-Forscher die erneuten Zolldrohungen der USA Anfang Mai, die die Branche spürbar verunsichert haben.

Zuletzt einigten sich EU-Kommission, Europaparlament und der Rat der EU-Mitgliedstaaten darauf, das Zollabkommen mit den USA umzusetzen – eine Entwicklung, die in der Branche für ein gewisses Aufatmen sorgen dürfte. Allerdings bleiben die US-Zölle auf Autos und Autoteile in Höhe von 15 Prozent bestehen. „Allerdings stellen auch die weiterhin geltenden US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf Autos und deren Teile immer noch eine spürbare Herausforderung für die deutsche Automobilindustrie dar", betonte Wölfl. Diese Abgaben verteuern deutsche Fahrzeuge in der weltgrößten Volkswirtschaft und belasten die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller.

Materialmangel weniger ein Problem als in anderen Branchen

Ein vergleichsweise positives Signal sendet die Automobilindustrie beim Thema Versorgungsengpässe. Lediglich zehn Prozent der Unternehmen berichten derzeit über Materialmangel. In der Gesamtindustrie liegt dieser Anteil mit 15,9 Prozent deutlich höher.

Ifo-Umfragenleiter Klaus Wohlrabe verwies in diesem Zusammenhang auf die geopolitischen Spannungen, die vor allem Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Vorprodukten belasten – auch mit Blick auf den seit mehr als drei Monaten andauernden Iran-Krieg. Die Automobilindustrie scheint hier bislang vergleichsweise glimpflich davonzukommen.

Für Anleger in deutschen Automobilwerten bleibt das Umfeld also herausfordernd: Die leichte Stimmungsaufhellung ist ein positives Signal, doch strukturelle Belastungen durch Zölle, geopolitische Risiken und eine insgesamt gedämpfte Nachfrage mahnen weiterhin zur Vorsicht.

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