IEEPA-Zollurteil: Schuhbranche erwartet nur begrenzte Entlastung
Ein US-Gerichtsurteil zu IEEPA-Zöllen bringt dem Textil- und Schuhsektor laut Evercore ISI kaum spürbare Vorteile.

Ein Urteil des Obersten US-Gerichts, das unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängte Zölle für ungültig erklärt, sorgt an den Märkten für Aufmerksamkeit. Doch die Entlastung für Aktien aus dem Textil- und Schuhsektor dürfte nach Einschätzung der Investmentbank Evercore ISI überschaubar bleiben. Der Grund: Das Weiße Haus wird voraussichtlich rasch auf alternative Rechtsinstrumente zurückgreifen, um die meisten Zölle auf anderem Wege wieder einzuführen.
Evercore rechnet damit, dass rund 80 bis 90 Prozent der bestehenden Zölle unter anderen gesetzlichen Befugnissen repliziert werden. Damit bleibt der eigentliche Aufwärtsimpuls für den Sektor begrenzt. Hinzu kommt, dass viele globale Hersteller bereits einen Teil der Zollbelastung selbst absorbiert hatten, um US-Verbraucherpreise stabil zu halten – eine Konstellation, die Preisverhandlungen mit Fabriken erschwert.
Sollten die Zölle tatsächlich sinken, könnten Lieferanten nun ihrerseits niedrigere Preise einfordern. Evercore geht deshalb davon aus, dass der Nettoertrag für die meisten Unternehmen im sogenannten Softlines-Bereich – also Bekleidung und Schuhe – minimal ausfallen wird.
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