ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

ICIG rettet Venator-Chemiewerk: 350 Jobs in Duisburg gesichert

Das insolvente Venator-Werk in Duisburg hat einen Käufer gefunden. Die International Chemical Investors Group übernimmt den Traditionsstandort und sichert alle 350 Arbeitsplätze.

ICIG rettet Venator-Chemiewerk: 350 Jobs in Duisburg gesichert

Die Rettung des insolventen Venator-Chemiewerks in Duisburg ist besiegelt. Die International Chemical Investors Group (ICIG) übernimmt den Produktionsstandort am linken Rheinufer und sichert damit alle 350 Arbeitsplätze. Die Mitarbeiter wurden am Montag über die Übernahme informiert.

Produktion lief trotz Insolvenz weiter

Seit Anfang September 2025 befand sich das Werk in der Insolvenz, nachdem die britische Muttergesellschaft Insolvenz angemeldet hatte. Über ein Cashpooling-System flossen alle Einnahmen zunächst an die Konzernmutter, was die deutsche Tochter bei deren Insolvenz sofort in die Zahlungsunfähigkeit trieb. Trotz leerer Kassen gelang es der vorläufigen Insolvenzverwalterin Sarah Wolf von der Kanzlei Anchor, die Produktion aufrechtzuerhalten.

"Durch eine gemeinsame Kraftanstrengung von Management, Belegschaft und Gläubigern konnten die Lieferfähigkeit und das Vertrauen der Kunden jederzeit gewahrt werden", erklärt Wolf. Am Duisburger Standort werden Additive und Nano-Produkte für Farben, Kunststoffe und Sonnenschutzmittel hergestellt.

ICIG bringt strategische Vision mit

Die International Chemical Investors Group ist eine weltweit agierende Industriegruppe mit Sitz in Luxemburg. Das Unternehmen erwirtschaftete zuletzt mehr als 3 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt rund 6.000 Mitarbeiter. Seit der Gründung 2005 wächst ICIG durch gezielte Übernahmen von Nischenspezialisten.

Der neue Eigentümer plant nicht nur den Erhalt der bestehenden Strukturen, sondern auch die Weiterentwicklung des Chemiestandorts. Die Produktion mit traditionsreichen Marken wie Sachtolith und Blanc Fixe soll ausgebaut werden. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt.

Deutsche Chemieindustrie in der Krise

Die Rettung von Venator erfolgt vor dem Hintergrund einer tiefen Strukturkrise der deutschen Chemieindustrie. "2025 war für unsere Branche erneut sehr schwierig", konstatierte Markus Steilemann, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI). Die Produktionsanlagen seien nur zu 70 Prozent ausgelastet – ein historischer Tiefpunkt.

Hauptgründe für die Misere sind eine schwache Weltkonjunktur und die stark wachsende chinesische Konkurrenz, die deutsche Hersteller preislich unterbietet. Hinzu kommen hohe Energiepreise und steigende Kosten für CO2-Zertifikate am Standort Deutschland. Jedes zweite Chemieunternehmen klagt über zu wenige Aufträge.

Investoren wittern Chancen

Die Branchenkrise zieht internationale Investoren an, die auf günstige Zukäufe spekulieren. Parallel zur Venator-Übernahme verkaufte der saudische Konzern Sabic seine europäischen Werke an die Münchner Industrieholding Aequita und den Finanzinvestor Mutares. Mutares will zusätzlich die französische Venator-Tochter übernehmen.

Zuvor hatten bereits Vynova Wilhelmshaven, Arsol Aromatics und Domo Chemicals Insolvenz angemeldet. Besonders kritisch ist die Lage bei Domo Chemicals, der größten Chemieunternehmensgruppe in Sachsen-Anhalt. Nach gescheiterten Verhandlungen über ein Massedarlehen musste die Produktion in Leuna in den Notbetrieb versetzt werden.

Rückbaukosten von 150 Millionen Euro vermieden

Für Duisburg wurde eine Katastrophe abgewendet. Ein Scheitern der Investorensuche hätte immense Rückbaukosten ausgelöst. Auf dem 800.000 Quadratmeter großen Gelände lagern Chemikalien-Tanks, Reaktoren und zahllose Leitungen. Insolvenzverwalterin Wolf rechnete mit Gesamtkosten von mehr als 150 Millionen Euro, die überwiegend die Stadt Duisburg hätte tragen müssen.

"Damit ist ein echtes Traditionsunternehmen gerettet", so Wolf. Die Übernahme bedeute nicht nur für die Belegschaft, sondern auch für zahlreiche Dienstleister und Geschäftspartner Planungssicherheit. Schon im 19. Jahrhundert wurden auf dem weitläufigen Gelände Chemikalien produziert.

VenatorICIGChemiewerk DuisburgInsolvenz ChemieindustrieInternational Chemical Investors GroupDeutsche ChemiebrancheÜbernahmeArbeitsplätze

Disclaimer