ICICI Bank übertrifft Gewinnerwartungen dank starkem Kreditwachstum
Indiens zweitgrößte Privatbank meldet Quartalsgewinn von 137 Milliarden Rupien – deutlich über den Analystenerwartungen.

Die ICICI Bank, nach Marktkapitalisierung die zweitgrößte Privatbank Indiens, hat im abgelaufenen Quartal die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Für die drei Monate bis zum 31. März meldete das Institut einen Einzel-Nettogewinn von 137,02 Milliarden Indischen Rupien – umgerechnet rund 1,48 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei 126,30 Milliarden Rupien gelegen. Analysten hatten laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG lediglich mit einem Ergebnis von 126,52 Milliarden Rupien gerechnet.
Sandeep Batra, Executive Director der ICICI Bank, nannte mehrere Faktoren, die das starke Ergebnis stützten: niedrigere Risikovorsorgen, Einbringungen aus zuvor abgeschriebenen Konten sowie ein Wachstum der Kernzinseinnahmen. Trotz des positiven Abschneidens gab Batra keine Prognose für das neue Geschäftsjahr ab. Als Begründung verwies er auf die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten. „Wir sind uns der geopolitischen Entwicklungen bewusst und beobachten diese genau", sagte Batra.
Kreditwachstum als zentraler Wachstumstreiber
Das gesamte Kreditvolumen der ICICI Bank stieg im Vergleich zum Vorjahr um beachtliche 15,8 Prozent. Besonders das Privatkundengeschäft zeigte sich dynamisch – angetrieben vor allem durch Hypotheken und Fahrzeugkredite. Aber auch das Geschäftskunden- und Firmenkreditgeschäft leistete einen positiven Beitrag zum Wachstum. Die Einlagen legten im Quartalsverlauf um 11,4 Prozent zu.
Dieser Trend spiegelt eine breitere Entwicklung im indischen Bankensektor wider. Indische Banken verzeichneten in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres eine anziehende Kreditnachfrage, da die nachlassende Inflation die Konsumausgaben stützte und die Kreditaufnahme von Unternehmen Anzeichen einer Erholung zeigte. Für deutsche Anleger ist dies ein Hinweis auf die wachsende wirtschaftliche Dynamik in einem der größten Schwellenländer der Welt.
Der Zinsüberschuss – also die Differenz zwischen den Zinserträgen aus Krediten und den Zinsaufwendungen für Einlagen – stieg um 8,4 Prozent auf 229,8 Milliarden Rupien. Begünstigt wurde dieser Anstieg durch das starke Kreditwachstum sowie stabile Margen. Die Nettozinsmarge der Bank lag stabil bei 4,32 Prozent. Laut Batra soll diese Kennzahl im Geschäftsjahr 2026/27 voraussichtlich „range-bound" bleiben, also sich in einer gewissen Bandbreite bewegen.
Deutlicher Rückgang bei notleidenden Krediten
Besonders erfreulich entwickelte sich die Qualität des Kreditportfolios. Die Brutto-Quote notleidender Kredite (Non-Performing Assets, NPAs) fiel bis Ende März auf 1,4 Prozent des gesamten Kreditvolumens. Die Risikovorsorge für faule Kredite sank sogar um beeindruckende 89 Prozent auf 9,6 Milliarden Rupien – ein Ergebnis stärkerer Einbringungen und weniger neuer Zahlungsausfälle.
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Zur AktienanalyseAuf der anderen Seite meldete die Bank einen Treasury-Verlust von 1,06 Milliarden Rupien. Dieser fiel jedoch geringer aus als der Verlust von 1,57 Milliarden Rupien im Vorquartal. Höhere Anleiherenditen sowie Beschränkungen der indischen Zentralbank für Devisenpositionen belasteten die Banken des Landes weiterhin – ein strukturelles Thema, das den gesamten indischen Bankensektor betrifft.
Insgesamt präsentiert sich die ICICI Bank in einer robusten Verfassung. Die Kombination aus solidem Kreditwachstum, verbesserter Kreditqualität und stabilen Margen unterstreicht die starke Marktposition des Instituts im wachsenden indischen Finanzmarkt.


