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ICE kauft leerstehende Lagerhallen als neue Abschiebezentren

Die US-Einwanderungsbehörde investiert 38,3 Milliarden Dollar in ein neues Unterbringungsmodell für Migranten.

ICE kauft leerstehende Lagerhallen als neue Abschiebezentren

Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE hat im Februar ein leerstehende Lagerhalle rund 70 Kilometer östlich von Atlanta für 129 Millionen Dollar erworben. Das eine Million Quadratfuß große Gebäude – umgerechnet etwa 93.000 Quadratmeter – soll in ein Abschiebezentrum für Migranten umgewandelt werden, die auf ihre Ausweisung aus den USA warten. Der ursprüngliche Eigentümer, ein New Yorker Projektentwickler, hatte das Lagerhaus 2024 fertiggestellt, jedoch keinen gewerblichen Mieter gefunden.

Der Kauf ist Teil eines deutlich größeren Plans der US-Regierung. Laut einem internen Regierungsmemorandum plant ICE, insgesamt 38,3 Milliarden Dollar für ein neues Unterbringungsmodell auszugeben. Kern der Strategie ist der systematische Erwerb von leerstehenden Industrie- und Lagerimmobilien sowie deren anschließende Umrüstung zu Haftzentren.

Neue Assetklasse im US-Gewerbeimmobilienmarkt

Die Strategie hat weitreichende Folgen für den amerikanischen Gewerbeimmobilienmarkt. Durch das massive staatliche Kaufprogramm entsteht faktisch eine neue Assetklasse: ehemalige Logistikimmobilien als Migrationshaftzentren. Für Entwickler mit unvermieteten Bestandsobjekten eröffnet sich damit ein unerwarteter Abnehmer mit erheblicher Kaufkraft.

Der US-Markt für Lagerimmobilien hatte zuletzt mit steigenden Leerstandsraten zu kämpfen, nachdem der Boom der Corona-Jahre abgeflaut ist. ICE tritt nun als zahlungskräftiger Käufer auf, der bereit ist, Marktpreise zu bezahlen – wie der Atlanta-Deal mit 129 Millionen Dollar zeigt. Für deutsche Investoren mit Engagements im US-amerikanischen Logistikimmobiliensegment ist diese Entwicklung ein relevanter Marktfaktor.

Die geplanten Ausgaben von 38,3 Milliarden Dollar unterstreichen den politischen Willen der Trump-Administration, die Abschiebungskapazitäten massiv auszubauen. Kritiker sehen in der Umwandlung von Industriehallen zu Haftzentren erhebliche humanitäre Risiken, da solche Gebäude nicht für die dauerhafte Unterbringung von Menschen ausgelegt sind.

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