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IBM-Aktie bricht 25% ein: Kaufchance oder Finger weg?

Nach einem historischen Kurseinbruch stellt sich die Frage, ob IBM ein Schnäppchen oder eine Falle für Anleger ist.

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IBM-Aktie bricht 25% ein: Kaufchance oder Finger weg?

IBM erlebte einen der schwärzesten Tage seiner langen Unternehmensgeschichte. Am Dienstag brach die Aktie um 25% ein – ein Kurssturz, der selbst für erfahrene Anleger bemerkenswert ist. Auslöser waren enttäuschende vorläufige Ergebnisse für das zweite Quartal 2026, die weit hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieben.

Für das zweite Quartal meldete IBM einen Umsatz von 17,2 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von lediglich 1% im Jahresvergleich. Der von FactSet ermittelte Analystenkonsens hatte jedoch 17,86 Milliarden US-Dollar erwartet. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie verfehlte IBM die Prognosen: Mit 2,93 US-Dollar blieb das Unternehmen unter den erwarteten 3,01 US-Dollar, obwohl dies einem Anstieg von 5% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Ein differenziertes Bild zeigt sich beim Blick auf die einzelnen Geschäftsbereiche. Das Beratungsgeschäft stagnierte, während der Infrastrukturbereich sogar um 7% schrumpfte. Der Softwareumsatz legte immerhin um 5% zu. Als echter Lichtblick erwies sich erneut Red Hat, das ein Umsatzwachstum von 11% verzeichnete.

IBMs Mainframe-Geschäft schwächelt stärker als erwartet

Als Hauptursache für das Verfehlen der Ziele nannte IBM das schwächelnde Mainframe-Geschäft rund um das z17-System. Das Unternehmen hatte zwar mit einem Rückgang im niedrigen einstelligen Bereich gerechnet, da das Vorjahr als starke Vergleichsbasis diente – doch der tatsächliche Einbruch fiel deutlich heftiger aus als erwartet.

IBM erklärte, Kunden hätten ihre Investitionsausgaben umgeschichtet: Statt in Mainframes floss das Geld in Bereiche mit begrenztem Angebot wie Server, Arbeitsspeicher und Speicherlösungen – offenbar in Erwartung bevorstehender Preiserhöhungen. Zudem habe die sich schnell verändernde Cybersicherheitslandschaft die Kunden im Laufe des Quartals „abgelenkt", so IBM. Als weiterer Faktor wurden zahlreiche Großaufträge genannt, die nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnten.

Besonders beunruhigend für Anleger: IBM bestätigte weder, dass diese verschobenen Aufträge im laufenden dritten Quartal nachgeholt werden, noch bekräftigte das Unternehmen seine Jahresprognose. Damit bleibt offen, ob es sich um eine vorübergehende Delle oder eine tiefergehende Nachfrageschwäche handelt.

Warum Analysten zur Vorsicht raten

Der KI-Boom hat gezeigt, wie hartnäckig das Etikett eines „KI-Verlierers" an einem Unternehmen haften kann. Zahlreiche Software-as-a-Service-Aktien (SaaS) liefern Quartal für Quartal solides Umsatzwachstum – und sehen dennoch, wie ihre Kurse weiter fallen, weil der Markt sie nicht als KI-Gewinner wahrnimmt. IBM droht nun ein ähnliches Schicksal.

Erschwerend kommt hinzu, dass IBM im Bereich Quantencomputing – einem potenziellen Wachstumstreiber – bislang kaum Boden gutmacht. Analysten der HSBC stellten fest, dass IBM in den vergangenen fünf Quartalen lediglich Aufträge im Wert von rund 100 Millionen US-Dollar im Quantencomputing-Bereich verbuchen konnte. Zum Vergleich: Der Wettbewerber IonQ kam im gleichen Zeitraum auf über 600 Millionen US-Dollar.

Für Anleger ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Solange kein überzeugender Katalysator in Sicht ist – sei es eine Erholung im Mainframe-Geschäft, ein KI-Durchbruch oder starke Fortschritte im Quantencomputing – erscheint es ratsam, die weitere Entwicklung zunächst von der Seitenlinie zu beobachten. Ein „Buy the Dip" mag verlockend wirken, birgt bei IBM derzeit aber erhebliche Risiken.

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