IBEX 35 bricht ein: Trump stoppt Handel mit Spanien
Trump bezeichnet Spanien als „schrecklichen NATO-Partner" und ordnet einen vollständigen Handelsstopp an – der IBEX 35 stürzt ab.

Der spanische Leitindex IBEX 35 ist am Mittwoch um bis zu 2,2 Prozent eingebrochen – der stärkste Tagesverlust seit dem 4. Mai. Auslöser war eine Erklärung von US-Präsident Donald Trump, der Finanzminister Scott Bessent anwies, den gesamten Handel mit Spanien einzustellen. Trump bezeichnete Madrid dabei als „schrecklichen Partner" in der NATO.
Die Aussagen fielen am Rande des NATO-Gipfels in Ankara, der vom 7. bis 8. Juli 2026 stattfindet. Trump äußerte sich gemeinsam mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte, noch bevor die offizielle Sitzung am Mittwoch begann. Spanische Banken reagierten besonders empfindlich auf die Nachricht: Sowohl Santander als auch BBVA verzeichneten deutliche Kursverluste.
Allerdings blieb unklar, welche konkreten Auswirkungen Trumps Erklärung haben würde. Da Spaniens internationaler Handel in Abstimmung mit seinen EU-Partnerstaaten abgewickelt wird, wäre ein einseitiger US-Handelsstopp gegen Spanien rechtlich und praktisch äußerst komplex umzusetzen.
Trumps Kritik an der NATO verschärft sich
Der Gipfel in Ankara hat sich von Beginn an als turbulent erwiesen. Trump erklärte bei seiner Ankunft in der Türkei am Dienstag, er hätte das Treffen möglicherweise gänzlich boykottiert – wäre da nicht seine persönliche Freundschaft mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Zudem lehnte er es ab, weitere Abzüge von US-Truppen aus Europa auszuschließen.
Vor Journalisten an der Seite Erdogans erklärte Trump, die USA seien „sehr enttäuscht" von der NATO. Er warf den europäischen Verbündeten vor, den US-Streitkräften während des US-israelischen Krieges gegen den Iran die Nutzung ihres Luftraums und ihrer Stützpunkte verweigert zu haben. „Warum geben wir Hunderte Milliarden US-Dollar aus, und sie sind nicht für uns da? Wir waren immer für sie da", sagte Trump.
NATO-Generalsekretär Rutte versuchte, den Schaden vor der offiziellen Sitzung zu begrenzen. Er bezeichnete Trumps Beschwerden als „Einzelfälle" und verteidigte gleichzeitig die jüngsten US-Angriffe auf den Iran. „Wenn es einen Waffenstillstand gibt und der Iran diesen im Grunde bricht, halte ich es für absolut entscheidend, dass die USA energisch reagieren", sagte Rutte gegenüber Reportern. Zudem mahnte der NATO-Chef zur Eile bei der Schließung von Fähigkeitslücken: „Wir haben nicht den Luxus von Zeit."
Milliardenschwere Rüstungsdeals und Fragen zur Zukunft der NATO
Trotz der politischen Spannungen gab die NATO am Dienstag Rüstungsgeschäfte im Wert von mindestens 50 Milliarden US-Dollar bekannt. Dazu zählen der Kauf von Überwachungsdrohnen des US-Herstellers Northrop Grumman durch europäische Länder sowie der Erwerb von Frühwarnflugzeugen der schwedischen Firma Saab durch das Bündnis selbst.
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Zur AktienanalyseBloomberg News berichtete zudem, dass die NATO nun prüfe, ob sie ihren für 2027 geplanten Gipfel ganz ausfallen lässt, um weitere Reibungen mit Washington zu vermeiden. Der breitere Kontext ist dabei bedeutsam: Seit dem Gipfel in Den Haag, auf dem sich die Verbündeten verpflichteten, bis 2035 fünf Prozent des BIP für Verteidigung auszugeben, hat sich das Verhältnis zwischen den USA und Europa erheblich eingetrübt.
Trump hatte im April mit dem vollständigen Austritt aus dem Bündnis gedroht, den Iran-Feldzug ohne Konsultation der europäischen Mitglieder geführt und den Wert der US-Verpflichtungen wiederholt infrage gestellt. Die europäischen Mitglieder und Kanada haben daraufhin Maßnahmen ergriffen, um durch US-Kürzungen entstandene Fähigkeitslücken zu schließen. Der Entwurf der Gipfelerklärung führt zusätzliche Verteidigungsausgaben in Höhe von 139 Milliarden US-Dollar an, die im Vorfeld des Treffens zugesagt wurden.
Die entscheidende Frage für Märkte und politische Entscheidungsträger bleibt, ob Trump ein Kommuniqué unterzeichnet, das die Verpflichtungen zur kollektiven Verteidigung gemäß Artikel 5 bekräftigt. Ein Scheitern würde einen historischen Bruch in der Geschichte des westlichen Verteidigungsbündnisses darstellen.


