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IATA-Vizepräsident: Flugzeugbestellungen trotz Iran-Krieg nicht verschieben

Verzögerungen bei Flugzeugbestellungen wären für Nahost-Airlines langfristig teuer, warnt IATA-Regionalchef Al-Awadhi in Rio de Janeiro.

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IATA-Vizepräsident: Flugzeugbestellungen trotz Iran-Krieg nicht verschieben

Der Krieg im Iran und die damit verbundenen gestiegenen Kerosinpreise setzen Fluggesellschaften im Nahen Osten unter Druck. Dennoch warnt Kamil Al-Awadhi, Regional-Vizepräsident der International Air Transport Association (IATA) für Afrika und den Nahen Osten, eindringlich davor, geplante Flugzeugbestellungen zu verschieben. Eine solche Entscheidung sei „nicht klug, da diese Verzögerung Kosten verursacht", sagte er am Rande des IATA-Jahrestreffens in Rio de Janeiro.

Al-Awadhi äußerte sich am Samstag gegenüber Reportern und betonte, er erwarte nicht, dass der Krieg oder die höheren Betriebskosten die Bestellpläne der Nahost-Airlines grundlegend verändern werden. Die Fluggesellschaften der Region zählen zu den bedeutendsten Abnehmern der Flugzeughersteller Boeing und Airbus weltweit. Angesichts der langen Lieferzeiten für neue Maschinen würde jede Verschiebung die Flotten-Modernisierung der Betreiber auf Jahre hinaus verzögern.

Besonders die neueste Generation der Airbus-Schmalrumpfflugzeuge ist stark nachgefragt, die Wartelisten sind lang. Wer jetzt eine Bestellung zurückzieht oder aufschiebt, riskiert, seinen Platz in der Lieferschlange zu verlieren und erst Jahre später als geplant neue, effizientere Flugzeuge zu erhalten. „Der Plan ist, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen – auch wenn dies ein vorübergehendes Hindernis darstellt", so Al-Awadhi.

Angriff auf Kuwaiter Flughafen sorgt für Besorgnis

Neben den wirtschaftlichen Folgen des Konflikts bereitet Al-Awadhi ein konkreter Vorfall besondere Sorgen: Ein iranischer Angriff tötete Anfang der Woche eine Person an einem Flughafen in Kuwait und beschädigte ein Terminal, das von ausländischen Fluggesellschaften genutzt wird. Der IATA-Vizepräsident schätzt, dass die Reparatur des Terminals mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen wird.

„Meine persönliche Einschätzung, basierend auf den Schäden in den Videos und Bildern, die mir zugesandt wurden, ist, dass es ewig dauern wird", sagte Al-Awadhi. Seine zentrale Sorge: „Werden die anderen Fluggesellschaften Kuwait anfliegen können?" Die Beschädigung des Terminals für internationale Fluggesellschaften stellt den Flughafenbetrieb vor erhebliche logistische Herausforderungen.

Als mögliche Lösungsansätze nannte Al-Awadhi zwei Optionen für Kuwait: Entweder müsse die Fertigstellung eines Teils eines neuen Flughafenterminals beschleunigt werden, oder ausländischen Fluggesellschaften müsse erlaubt werden, vorübergehend von Terminals zu operieren, die derzeit von inländischen Carriern wie Kuwait Airways genutzt werden. „Es wird schwierige Entscheidungen und logistische Anstrengungen erfordern, um das zu klären", betonte er.

Globale Auswirkungen auf den Luftverkehr

Der Konflikt hinterlässt auch weltweit Spuren im Luftverkehr. Fluggesellschaften rund um den Globus streichen Flüge in die betroffene Region und erhöhen gleichzeitig Flugpreise sowie Gebühren, um die gestiegenen Betriebskosten – insbesondere durch teureres Kerosin – aufzufangen. Flughäfen im Nahen Osten wurden dabei direkt zum Ziel von Luftangriffen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg.

Das IATA-Jahrestreffen in Rio de Janeiro bietet der Branche in dieser angespannten Lage eine wichtige Plattform. Die internationale Luftfahrtorganisation vertritt rund 330 Fluggesellschaften weltweit und gilt als zentrale Stimme der Branche gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Die Botschaft von Al-Awadhi an die Nahost-Airlines ist dabei klar: Trotz aller Unsicherheiten sollten langfristige Investitionsentscheidungen nicht kurzfristigen Krisenreflexen geopfert werden.

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