IAEA: Nukleares Risiko im Iran nach US-israelischen Angriffen gestiegen
Seit den Militärschlägen im Juni 2025 fehlt der IAEA der Zugang zu iranischen Atomanlagen – mit gefährlichen Folgen für die nukleare Sicherheit.

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) schlägt Alarm: Das Risiko einer heimlichen Entwicklung von Kernwaffen durch den Iran ist seit den US-israelischen Militärschlägen im Juni 2025 deutlich gestiegen. Das berichtete Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf ein vertrauliches internes Dokument der IAEA. Die Organisation warnte ihre Mitgliedstaaten darin vor neuen Gefahren der nuklearen Proliferation.
Vor dem Luftangriff, der einen zwölftägigen Krieg auslöste, inspizierte die IAEA das iranische Bestände an fast waffenfähigem Uran wöchentlich, um eine Abzweigung für Waffenzwecke zu verhindern. Diese Inspektionen finden seither nicht mehr statt. Die Zahl der Kontrollen sank im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte, nachdem der Iran infolge des Krieges neue Beschränkungen für IAEA-Inspektoren eingeführt hatte.
Kritische Atomanlagen außerhalb jeder Kontrolle
Besonders besorgniserregend ist die Lage an den beschädigten Standorten Fordow, Isfahan und Natanz. Die IAEA-Kontrolleure sind nicht an diese Anlagen zurückgekehrt, wo zuletzt erhebliche Mengen an angereichertem Uran beobachtet wurden: In Fordow waren es 440,9 Kilogramm, in Isfahan 8.599,6 Kilogramm an geringer angereichertem Material. Die Organisation könne „keine Schlussfolgerungen bezüglich dieses Kernmaterials ziehen", heißt es in dem 119-seitigen vertraulichen Dokument, das im vergangenen Monat in Wien in Umlauf gebracht wurde.
„Dies gibt Anlass zur Sorge hinsichtlich der Proliferation, da dieses Kernmaterial, das die Organisation nicht verifizieren konnte, eine große Menge an hochangereichertem Uran umfasst", warnt die IAEA in dem Bericht. Je länger das Material außerhalb der Überwachung verbleibe, desto größer sei das Risiko einer nicht-friedlichen Verwendung. Der Bericht verdeutlicht damit, wie der Krieg neue nukleare Probleme geschaffen hat, die zuvor nicht existierten.
IAEA-Chef Grossi warnt vor schlechtem Abkommen
IAEA-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi äußerte sich am Dienstag gegenüber Al Jazeera besorgt über den Ausschluss seiner Organisation aus den laufenden Verhandlungen. „Wir sind nicht an dieser Verhandlung beteiligt. Wir haben bis zur letzten Runde teilgenommen, die im Februar endete", sagte Grossi. „Etwas, das nicht verifizierbar ist, wird zu einem schlechten Abkommen führen."
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Zur AktienanalyseUS-Präsident Donald Trump hat vorgeschlagen, das iranische Urammaterial entweder aus dem Land zu exportieren oder unter IAEA-Aufsicht im Inland unschädlich zu machen. Das Weiße Haus vertritt dabei die Position, dass das iranische Atomprogramm durch die Angriffe bereits zerstört worden sei. Beamte befürchten jedoch, dass das Versäumnis der US-Regierung, die IAEA in die jüngsten Verhandlungsrunden einzubeziehen, neue Risiken schaffen und unrealistische Erwartungen wecken könnte.
Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran erfolgten im Juni 2025 – weniger als 24 Stunden nach einem IAEA-Bericht vom 27. Februar, der auf Aktivitäten in der Nähe bombardierter Atomanlagen hingedeutet hatte. Die Militärschläge folgten zudem einen Tag, nachdem der IAEA-Gouverneursrat den Iran wegen der Blockade seiner Inspektoren offiziell gerügt hatte. Die nächste Sitzung des IAEA-Gouverneursrats ist für den 8. Juni in Wien angesetzt – die internationale Gemeinschaft wartet gespannt auf weitere Entwicklungen in dieser sicherheitspolitisch hochbrisanten Lage.


