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Hyundai warnt: Nahost-Konflikt stört Exportrouten und Lieferketten

Der Nahost-Konflikt trifft Hyundai Motor hart: Gestörte Schifffahrtsrouten, steigende Logistikkosten und Lieferverzögerungen belasten den südkoreanischen Automobilriesen.

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Hyundai Motor, der weltweit drittgrößte Automobilhersteller gemessen am Absatz – gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft Kia Corp –, schlägt Alarm: Der anhaltende Nahost-Konflikt blockiert wichtige Schifffahrtsrouten, treibt die Logistikkosten in die Höhe und verzögert Fahrzeuglieferungen weltweit. Das Unternehmen warnt ausdrücklich, dass die Auswirkungen selbst nach einem möglichen Kriegsende noch lange spürbar bleiben werden.

Kim Dong-jo, Senior Vice President im Global Policy Office von Hyundai Motor, machte die Lage im Hafen von Pyeongtaek-Dangjin südwestlich von Seoul deutlich. Dort trafen sich Regierungsvertreter, Logistikunternehmen und Automobilhersteller, um die Folgen des Konflikts gemeinsam zu bewerten. „Selbst wenn der Konflikt endet, wird es geraume Zeit dauern, die bestehenden Lieferketten wiederaufzubauen und wiederherzustellen", sagte Kim bei dem Treffen. Das Treffen fand symbolisch direkt am Kai statt, wo Hunderte Fahrzeuge auf einen riesigen Autotransporter warteten, der rund 4.900 Fahrzeuge an die US-Westküste bringen soll.

Kim betonte zudem, dass steigende Logistikkosten und Rohstoffengpässe infolge des Konflikts auch die Zulieferer und die Produktion unter Druck setzten. Hyundai arbeite daher eng mit Zulieferern und der südkoreanischen Regierung zusammen, um die Beeinträchtigungen so weit wie möglich zu minimieren.

Hyundai Glovis ohne Zugang zu Nahost-Routen

Besonders betroffen ist die Logistiksparte der Hyundai Motor Group: Hyundai Glovis teilte mit, dass sie derzeit keinen Zugang zu bestimmten Routen im Nahen Osten habe. Das Unternehmen ist gezwungen, Fracht vorübergehend an alternativen Standorten zu lagern, bis sich die Bedingungen stabilisieren. Obwohl die Routen an die Nord- und Ostküste Nordamerikas bisher nicht nennenswert betroffen sind, belasten der eingeschränkte Zugang zum Nahen Osten sowie höhere Treibstoffkosten den laufenden Betrieb und die Effizienz erheblich.

Südkoreas Handelsminister Yeo Han-koo erklärte gegenüber den Teilnehmern, dass einige Lieferungen bereits zu Zwischenknotenpunkten wie Sri Lanka umgeleitet werden. Dort werden die Güter festgehalten, während Unternehmen neu bewerten, wann der Transport wieder aufgenommen werden kann. Reuters hatte bereits im vergangenen Monat berichtet, dass Gebrauchtwagenexporte aus Japan Sri Lanka nicht erreichen konnten, weil dortige Häfen durch umgeleitete Fracht aus Dubai verstopft waren.

Südkoreas Exporte: Starkes Wachstum, aber Einbruch im Nahen Osten

Die Auswirkungen auf den südkoreanischen Außenhandel sind deutlich messbar. Zwar verzeichneten Südkoreas Gesamtexporte im März das stärkste Wachstum seit fast vier Jahrzehnten, doch die Lieferungen in den Nahen Osten brachen um dramatische 49 Prozent ein. Die Automobilexporte blieben insgesamt nahezu stabil, da eine starke Nachfrage nach umweltfreundlichen Fahrzeugen die Lieferunterbrechungen teilweise kompensierte.

Hyundai Motor selbst meldete für März weltweit 358.759 verkaufte Fahrzeuge – ein Rückgang von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Inlandsabsatz sank um 2,0 Prozent, der Auslandsabsatz um 2,4 Prozent. Diese Zahlen spiegeln die zunehmende Belastung durch die globalen Lieferkettenprobleme wider.

An der Börse reagierten die Anleger entsprechend verhalten: Die Aktien von Hyundai Motor schlossen am Freitag mit einem Minus von 1,2 Prozent, während Hyundai Glovis 0,7 Prozent verlor. Der südkoreanische Leitindex KOSPI legte dagegen um 2,7 Prozent zu – ein deutliches Zeichen, dass die Belastungen vor allem den Automobilsektor treffen.

Die Situation verdeutlicht einmal mehr, wie stark globale Lieferketten von geopolitischen Konflikten abhängen. Für deutsche Anleger und Automobilbeobachter ist der Fall Hyundai ein Warnsignal: Auch europäische Hersteller wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz sind auf stabile Schifffahrtsrouten durch den Nahen Osten angewiesen und könnten bei einer Eskalation des Konflikts vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

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