ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Hyundai verzichtet wohl auf Russland-Rückkauf

Krieg in der Ukraine belastet Entscheidung über Werk in St. Petersburg

Hyundai verzichtet wohl auf Russland-Rückkauf

Der südkoreanische Automobilhersteller Hyundai Motor Company ist nach Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle derzeit nicht in der Lage, sein früheres Automobilwerk in Russland zurückzukaufen. Hintergrund ist der anhaltende Krieg in der Ukraine, der weiterhin erhebliche Unsicherheiten für westliche Unternehmen in der Region mit sich bringt. Eine im Verkaufsvertrag enthaltene Rückkaufoption läuft im Januar aus, ohne dass bislang eine Entscheidung über deren Nutzung gefallen ist.

Hyundai hatte das Werk in St. Petersburg im Jahr 2024 an die russische AGR Automotive Group verkauft. Die Produktion dort war bereits seit März 2022 ausgesetzt, kurz nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine. Infolge westlicher Sanktionen waren Lieferketten, Zahlungsströme und operative Abläufe massiv beeinträchtigt worden. Gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft Kia gehörte Hyundai zuvor zu den größten ausländischen Autobauern auf dem russischen Markt.

Der Verkauf erfolgte zu einem symbolischen Preis von 140.000 Won, umgerechnet rund 97 US-Dollar, beinhaltete jedoch eine zweijährige Option zum Rückkauf der Anteile. Diese Klausel läuft im kommenden Monat aus. Die genannte Quelle erklärte, die gegenwärtige geopolitische Lage lasse einen Rückerwerb der Anteile nicht zu. Konkrete wirtschaftliche oder rechtliche Gründe wurden nicht genannt, allerdings wurde auf die fortdauernden Kampfhandlungen und die bestehenden Sanktionen verwiesen.

Hyundai selbst teilte mit, dass noch keine endgültige Entscheidung über die Ausübung der Rückkaufoption getroffen worden sei. Unklar bleibt, ob ein Verstreichen der Frist zu einem endgültigen Verzicht auf das Rückkaufsrecht führen würde oder ob eine Verlängerung verhandelt werden könnte. Die AGR Automotive Group äußerte sich auf Anfrage nicht.

Viele westliche Autobauer hatten sich nach Beginn des Krieges aus dem russischen Markt zurückgezogen. Bei der Veräußerung seiner russischen Aktivitäten rechnete Hyundai mit einem bilanziellen Verlust von rund 287 Milliarden Won. Ähnliche Rückkaufoptionen bestehen auch bei anderen Herstellern, deren Fristen teilweise erst in den kommenden Jahren auslaufen.

Vor dem Rückzug zählte das Hyundai-Werk in St. Petersburg zu den größten ausländischen Produktionsstätten in Russland mit einer Jahreskapazität von über 200.000 Fahrzeugen. Heute wird dort unter der Marke Solaris produziert, während der russische Automarkt inzwischen weitgehend von chinesischen Herstellern dominiert wird.

HyundaiAutoindustrie

Disclaimer