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Humanoide Roboter halten Einzug in US-Automobilzulieferwerk

Bei Schaeffler in South Carolina übernimmt ein humanoider Roboter schwere Montagearbeiten – acht Stunden täglich, Korb für Korb.

Humanoide Roboter halten Einzug in US-Automobilzulieferwerk

In einem Automobilzulieferwerk des deutschen Unternehmens Schaeffler im amerikanischen Cheraw, South Carolina, arbeitet ein höchst ungewöhnlicher Mitarbeiter: ein humanoider Roboter. Mit vorsichtigen Schritten über den Metallboden der Fabrikhalle trägt er schwere Körbe mit Lagerkomponenten von einer Palette zu einem Förderband – eine repetitive, körperlich anstrengende Aufgabe, die bislang Menschen übernahmen.

Der Roboter bewegt sich dabei mit auffälliger Bedächtigkeit. Seine vierfingrigen Hände hält er auf Brusthöhe, bis er sein Ziel erreicht. Dann entrollt er seine klauenartigen Finger, greift einen rund elf Kilogramm schweren Metallkorb mit frisch gestanzten Lagerkomponenten behutsam an den Rändern und transportiert ihn zur industriellen Waschanlage.

Monotone Präzisionsarbeit im Minutentakt

Der Rhythmus ist streng getaktet: Etwa eine Minute nach dem Griff zum ersten Korb kehrt der Roboter zur Palette zurück, um den nächsten zu holen. Diesen Ablauf wiederholt er acht Stunden am Tag, ohne Pause, ohne Ermüdung. Genau diese Art von gleichförmiger Schwerstarbeit gilt als ideales Einsatzfeld für humanoide Maschinen in der Industrie.

Schaeffler ist ein weltweit führender Automobilzulieferer mit Hauptsitz in Herzogenaurach, Bayern, und beschäftigt weltweit rund 120.000 Mitarbeiter. Der Einsatz humanoider Roboter in der Produktion markiert einen bedeutenden Schritt in der Automatisierungsstrategie des Konzerns. Angesichts des Fachkräftemangels und steigender Lohnkosten suchen Industrieunternehmen verstärkt nach technologischen Alternativen für körperlich belastende Tätigkeiten.

Der Vorfall in Cheraw steht exemplarisch für einen globalen Trend: Humanoide Roboter verlassen die Forschungslabore und halten Einzug in reale Produktionsumgebungen. Unternehmen wie Boston Dynamics, Figure AI oder Apptronik entwickeln Maschinen, die speziell für den Einsatz in bestehenden Fabrikhallen konzipiert sind – ohne dass diese umgebaut werden müssen. Der menschenähnliche Körperbau ermöglicht es den Robotern, in Umgebungen zu arbeiten, die ursprünglich für Menschen gestaltet wurden.

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