Huawei und ZTE erhalten 5G-Aufträge in Vietnam
Vietnam verschiebt technologische Prioritäten und stärkt Kooperation mit China

Chinesische Telekommunikationsunternehmen haben in diesem Jahr mehrere Aufträge zur Lieferung von 5G-Ausrüstung in Vietnam erhalten, was den Ausbau der technologischen Zusammenarbeit zwischen Hanoi und Peking widerspiegelt. Die Vergaben an Huawei und ZTE erfolgten zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Beziehungen Vietnams zu China gefestigt hatten, während das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten durch neue Zölle auf vietnamesische Waren belastet worden war. Personen mit direkter Kenntnis der Vorgänge berichteten, dass die jüngsten Ausschreibungserfolge der chinesischen Firmen das wachsende Vertrauen Vietnams in deren Technologien zeigen.
Vietnam galt über Jahre hinweg als zurückhaltend beim Einsatz chinesischer Technik in sensibler Infrastruktur. Doch die Haltung hat sich verändert, seit sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschoben hatten. Während Ericsson und Nokia die Verträge für die Kerninfrastruktur des 5G-Netzes erhalten hatten und Qualcomm Netzwerktechnik bereitstellte, gelang es chinesischen Unternehmen, kleinere öffentliche Ausschreibungen staatlicher Betreiber für sich zu entscheiden. Öffentliche Beschaffungsdaten zeigten, dass ein Konsortium unter Beteiligung von Huawei im April einen Auftrag über 23 Millionen Dollar zugesprochen bekommen hatte, kurz nachdem die US-Regierung neue Zölle angekündigt hatte. ZTE sicherte sich mindestens zwei weitere Vergaben über mehr als 20 Millionen Dollar für 5G-Antennen.
Die zeitliche Nähe zwischen den US-Zöllen und den Vergaben konnte nicht eindeutig bestätigt werden, sorgte jedoch unter westlichen Regierungsvertretern für Besorgnis. Die Vereinigten Staaten hatten Vietnam wiederholt signalisiert, dass der Ausschluss chinesischer Technologie aus digitaler Infrastruktur eine Voraussetzung für die Unterstützung bei fortgeschrittenen Technologien sei. Huawei und ZTE gelten in den USA als Sicherheitsrisiko und sind dort vom Netzbetrieb ausgeschlossen. Ähnliche Einschränkungen bestehen in Schweden und weiteren europäischen Staaten.
Vietnam und China hatten zuletzt auch in anderen sensiblen Bereichen Fortschritte erzielt, darunter bei grenzüberschreitenden Bahnverbindungen und wirtschaftlichen Sonderzonen nahe der Grenze. Fachleute sahen hierin eine stärkere wirtschaftliche Verflechtung beider Länder. Gleichzeitig war bekannt geworden, dass Huawei mehrere Ausschreibungen in Vietnam verloren hatte, jedoch technische Dienstleistungen erbrachte und im Juni ein Abkommen zur Zusammenarbeit bei 5G-Technologietransfers mit dem militärnahen Betreiber Viettel unterzeichnet hatte. Ein Mitarbeiter des Unternehmens verwies auf niedrigere Kosten chinesischer Technologie.
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Zur AktienanalyseWestliche Vertreter hatten die neuen Verträge in Treffen in Hanoi erörtert. Dabei stand die Frage im Raum, ob Bereiche mit chinesischer Technik vom übrigen Netz getrennt werden könnten, um Datenabflüsse zu verhindern. Fachleute äußerten jedoch Zweifel, dass Anbieter von Antennen und Geräten keinen Zugriff auf Netzdaten erhalten könnten, selbst wenn räumliche oder technische Abgrenzungen vorgesehen wären.


