Huawei steigert Nettogewinn dank boomenden Autogeschäfts deutlich
Der chinesische Technologiekonzern Huawei meldet für 2024 einen Nettogewinn von 68 Milliarden Yuan – ein Plus von 8,7 Prozent.

Huawei hat im Geschäftsjahr 2024 seinen Nettogewinn auf 68 Milliarden Yuan gesteigert, was nach aktuellen Wechselkursen rund 9,8 Milliarden US-Dollar entspricht. Das entspricht einem Zuwachs von 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig kletterte der Umsatz um 2,2 Prozent auf 880,9 Milliarden Yuan und nähert sich damit dem Allzeithoch von knapp über 891 Milliarden Yuan aus dem Jahr 2020.
Als wesentlicher Wachstumstreiber gilt die Expansion im automobilbezogenen Geschäft. Huawei liefert zunehmend Technologiekomponenten und Software für chinesische Fahrzeughersteller und positioniert sich damit als wichtiger Zulieferer in einem der weltweit größten Automobilmärkte. Das Unternehmen, zu dessen Kernprodukten Telekommunikationsausrüstung, Smartphones und Chips zählen, setzt auf Diversifizierung als Wachstumsstrategie.
Comeback trotz US-Sanktionen
Die Erholung ist bemerkenswert, denn seit 2019 schränken US-Sanktionen Huaweis Geschäftstätigkeit in weiten Teilen der Welt erheblich ein. Die USA blockieren dem Konzern den Zugang zu fortschrittlicher amerikanischer Halbleitertechnologie, darunter Anlagen zur Chipherstellung. Mit staatlicher Unterstützung aus Peking investiert Huawei seither intensiv in eigene Netzwerk- und Chiptechnologien, um die Abhängigkeit von US-Lieferanten zu reduzieren.
Besonders auffällig sind die massiven Investitionen in Forschung und Entwicklung: Im vergangenen Jahr beliefen sich die F&E-Ausgaben auf 192,3 Milliarden Yuan – das entspricht 21,8 Prozent des Gesamtumsatzes und einem Anstieg von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kaum ein anderes Technologieunternehmen weltweit investiert einen ähnlich hohen Anteil seines Umsatzes in die Eigenentwicklung.
Huawei als Nvidia-Alternative
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Zur AktienanalyseEin strategisches Ziel des Konzerns ist es, eine ernsthafte Alternative zu den KI-Chips des US-Marktführers Nvidia zu entwickeln. Angesichts der US-Exportbeschränkungen, die chinesischen Unternehmen den Zugang zu Nvidias leistungsfähigsten Grafikprozessoren erschweren, wächst in China die Nachfrage nach heimischen Alternativen erheblich. Huawei bündelt dabei mehrere Chips zu leistungsfähigeren Einheiten, um die fehlende Fertigungspräzision westlicher Halbleiterhersteller teilweise zu kompensieren.
Für deutsche Anleger und Technologiebeobachter ist Huaweis Comeback ein Signal, dass chinesische Technologiekonzerne trotz westlicher Sanktionsdrucks wachsen können. Die Entwicklung zeigt zugleich, wie stark staatliche Förderung und ein großer Heimatmarkt als Puffer gegen geopolitischen Druck wirken können.


