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Huawei präsentiert neues Chip-Paradigma trotz US-Sanktionen

Mit dem „Tau Scaling Law" und der LogicFolding-Architektur will Huawei bis 2031 die Leistung moderner 1,4-nm-Chips erreichen.

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Huawei präsentiert neues Chip-Paradigma trotz US-Sanktionen

Huawei Technologies hat auf dem IEEE International Symposium on Circuits and Systems (ISCAS) in Shanghai ein neues Paradigma für die Halbleiterentwicklung vorgestellt. Das sogenannte „Tau Scaling Law" soll dem chinesischen Technologiekonzern ermöglichen, trotz strenger US-Exportbeschränkungen wettbewerbsfähige Chips zu entwickeln. Statt auf die klassische geometrische Verkleinerung von Transistoren setzt Huawei dabei auf Systemeffizienz – konkret auf die Verkürzung von Signalwegen und die Reduzierung von Latenzzeiten.

He Tingbo, Präsidentin des Halbleitergeschäfts und Leiterin des Wissenschaftskomitees von Huawei, unterstrich die Tragweite des Ansatzes: Das Unternehmen habe in den vergangenen sechs Jahren bereits 381 Chips auf Basis dieses Prinzips entworfen und in Serie produziert. Ein zentrales Element der neuen Strategie ist die sogenannte „LogicFolding"-Architektur. Sie verkürzt interne Verdrahtungen innerhalb der Chips und soll so die Transistordichte signifikant erhöhen.

Kirin-Chips und ambitionierte Roadmap bis 2031

Die LogicFolding-Technologie wird erstmals in den neuen Kirin-Chips zum Einsatz kommen, deren Marktstart für den Herbst 2026 geplant ist. Huawei prognostiziert, bis 2031 eine Transistordichte zu erreichen, die 1,4-Nanometer-Prozessen entspricht – ein Wert, der als technologische Grenze für die Ende des Jahrzehnts erwartete Chipfertigung gilt. Zum Vergleich: Der globale Marktführer TSMC nutzt bereits 2-nm-Technologien und strebt die 1,4-nm-Massenproduktion für 2028 an.

Branchenexperten bewerten den Ansatz dennoch als glaubwürdig. He Hui vom Marktforschungsunternehmen Omdia sieht darin eine realistische Strategie, um trotz fehlender modernster Lithografie-Ausrüstung wettbewerbsfähig zu bleiben. China bleibt damit zwar technologisch im Rückstand gegenüber globalen Marktführern, schließt die Lücke jedoch schrittweise mit eigenen Methoden.

Börsenrallye und geopolitische Dimension

Die Ankündigung löste an den chinesischen Börsen unmittelbar eine Kursrallye aus. Aktien von Halbleiterunternehmen wie Semiconductor Manufacturing International Corp (SMIC), Cambricon Technologies und Piotech verzeichneten deutliche Gewinne. Investoren werten den technologischen Fortschritt als Signal für eine wachsende technologische Selbstversorgung Chinas im Halbleiterbereich.

Besonders relevant ist dies im Kontext der KI-Infrastruktur: Huaweis Ascend-KI-Chips gelten zunehmend als heimische Alternative zu Nvidia-Produkten, deren Export nach China durch Washington stark reglementiert ist. Nvidia-CEO Jensen Huang räumte bereits ein, den chinesischen Markt für KI-Prozessoren weitgehend an Huawei verloren zu haben. Die Roadmap für die Ascend-Serie sieht die 950er-Reihe für 2026, das Modell 960 für 2027 und den Ascend 970 für 2028 vor.

Seit der Aufnahme auf die US-Handelsliste im Jahr 2019 befindet sich Huawei nach eigenen Angaben in einem „extremen Überlebensmodus". Die Fähigkeit, eigenständig leistungsfähige Chips zu entwickeln, bewies das Unternehmen bereits 2023 mit dem Comeback der 5G-fähigen Mate-60-Serie. Die neue Chip-Architektur ist damit nicht nur ein technologischer, sondern auch ein geopolitischer Meilenstein – ein zentraler Pfeiler der chinesischen Industriepolitik im Wettbewerb mit dem Westen.

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