HSBC bildet Milliarden-Rückstellung nach Madoff-Urteil
Luxemburger Gericht weist Einspruch ab – Bank legt erneut Berufung ein

Die britische Großbank HSBC muss im Zusammenhang mit dem Betrugssystem des ehemaligen US-Finanziers Bernard Madoff eine milliardenschwere Rückstellung bilden. Das Institut teilte mit, dass im dritten Quartal 1,1 Milliarden Dollar für mögliche Verpflichtungen zurückgestellt werden. Diese Entscheidung steht im Zusammenhang mit einem Urteil eines Gerichts in Luxemburg, das einen Einspruch einer HSBC-Tochtergesellschaft abgewiesen hatte. Der Rückstellungseffekt wird die harte Kernkapitalquote (CET1) der Bank um rund 15 Basispunkte verringern.
Der rechtliche Streit zieht sich bereits seit Jahren hin. Die Luxemburger Tochtergesellschaft von HSBC hatte versucht, die Rückgabe bestimmter Wertpapiere zu verhindern, die im Zusammenhang mit dem Madoff-Betrugssystem stehen. Das Gericht lehnte diesen Einspruch jedoch ab, während einem weiteren Einspruch bezüglich einer Bargeldrückgabe stattgegeben wurde. HSBC erklärte, sie wolle gegen die Entscheidung erneut Berufung einlegen und die rechtlichen Schritte in Luxemburg fortsetzen.
Der Fall geht auf den sogenannten Herald Fund SPC zurück, der 2009 Klage gegen HSBC Luxembourg eingereicht hatte. Der Fonds fordert die Rückgabe von Vermögenswerten, die im Rahmen des Madoff-Skandals verloren gegangen sein sollen. Im Kern geht es dabei um Wertpapiere und Barmittel im Umfang von 2,5 Milliarden Dollar oder alternativ um Schadenersatzforderungen in Höhe von 5,6 Milliarden Dollar.
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Zur AktienanalyseBernard Madoff hatte über Jahre hinweg eines der größten Schneeballsysteme der Finanzgeschichte betrieben. Sein angebliches Vermögen wurde auf rund 64,8 Milliarden Dollar geschätzt, bevor das Betrugssystem 2008 zusammenbrach. Madoff wurde 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt und starb 2021 im Gefängnis. HSBC war als Dienstleister für mehrere Fonds tätig, die in die von Madoff geführte Investmentgesellschaft investiert hatten. Das aktuelle Urteil verstärkt den finanziellen und rechtlichen Druck auf die Bank, die bereits seit Jahren versucht, die Folgen der Verstrickungen mit Madoffs Geschäften zu begrenzen.


