HPCL plant Einstieg in venezolanisches Rohöl
Der indische Staatskonzern Hindustan Petroleum Corp (HPCL) strebt erstmals den Import von venezolanischem Rohöl an. Mit zwei neuen Anlagen will der Raffineriebetreiber seine Schweröl-Verarbeitung deutlich ausbauen.

Der indische Staatskonzern Hindustan Petroleum Corp Ltd (HPCL) plant den erstmaligen Import von venezolanischem Rohöl. Dies kündigte CEO Vikas Kaushal am Rande der Indian Energy Week in Goa an. Der Schritt ist Teil einer Strategie zur Erhöhung der Schweröl-Verarbeitung im neuen Geschäftsjahr ab April.
Neue Anlagen schaffen Flexibilität
Die Pläne basieren auf zwei neuen Anlagen des Unternehmens: einer Rückstandsveredelungsanlage in Vizag sowie der Barmer-Raffinerie. "Wir versuchen, mehr Flexibilität in unser System zu bringen, da wir zwei neue Anlagen haben, sodass wir die Verarbeitung von Schweröl steigern können", erklärte Kaushal. Die Barmer-Raffinerie in Rajasthan mit einer Kapazität von 180.000 Barrel pro Tag soll noch Ende Januar in Betrieb gehen.
Venezolanisches Öl nach US-Sanktionen verfügbar
Indische Raffineriebetreiber prüfen derzeit Angebote für venezolanisches Rohöl von den Handelshäusern Vitol und Trafigura. Diese Verkäufe wurden von den USA angeordnet, nachdem Washington Anfang Januar Vermögenswerte des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro beschlagnahmt hatte. "Wir suchen nach venezolanischem Öl, etwas, das wir in der Vergangenheit noch nicht verarbeitet haben", so der HPCL-Chef.
Aufstieg zum zweitgrößten Raffineriebetreiber
Mit der Inbetriebnahme der Barmer-Raffinerie wird HPCL zum zweitgrößten staatlichen Raffineriebetreiber Indiens aufsteigen und Bharat Petroleum Corp überholen. Nur Indian Oil Corp wird dann größer sein. HPCL betreibt bereits eine Raffinerie in Mumbai mit 190.000 Barrel pro Tag sowie eine Anlage in Vizag mit 300.000 Barrel pro Tag.
Diversifizierung der Rohölquellen
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseNeben dem geplanten venezolanischen Öl hat HPCL kürzlich auch brasilianisches Tupi-Rohöl gekauft und die Verarbeitung westafrikanischer Ölsorten erhöht. Russisches Rohöl bleibt jedoch außen vor: "Wir fassen sanktioniertes russisches Rohöl nicht an", stellte Kaushal klar.
Weitere Kapazitätserweiterungen
Zusätzlich hält HPCL eine Beteiligung von 48,99 Prozent an HPCL-Mittal Energy Ltd, die die Bathinda-Raffinerie im Bundesstaat Punjab mit 226.000 Barrel pro Tag betreibt. Dort wird die Kapazität derzeit um weitere 10.000 Barrel pro Tag erweitert.


