Hongkongs Immobilienmarkt: Erste Erholung seit 2021
Nach Jahren des Rückgangs zeigt der Immobilienmarkt in Hongkong erste Erholungstendenzen. Die Preise stiegen im Dezember zum siebten Mal in Folge – ein Hoffnungsschimmer für eine der teuersten Städte der Welt.

Die Immobilienpreise in Hongkong sind im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent gestiegen. Damit verzeichnete der Markt den siebten monatlichen Anstieg in Folge, wie aus Daten des Amts für Bewertung und Schätzung hervorgeht. Im November war bereits ein nach oben revidierter Anstieg von 1,1 Prozent registriert worden.
Dramatischer Preisverfall seit 2021
Die Wohnungspreise in der chinesischen Sonderverwaltungszone, einer der weltweit am wenigsten erschwinglichen Städte, waren seit ihrem Höchststand 2021 um fast 30 Prozent eingebrochen. Höhere Hypothekenzinsen, gedämpfte Wirtschaftsaussichten und eine verminderte Nachfrage hatten den Markt belastet. Strenge COVID-19-Richtlinien und nationale Sicherheitsgesetze führten zu einer Abwanderung von Fachkräften.
Regierung stützt Immobiliensektor
Seit 2024 versuchten die Behörden, den Sektor als tragende Säule der Wirtschaft zu stabilisieren. Sie hoben Beschränkungen für Immobilienkäufe auf und lockerten die Quoten für Anzahlungen. Bauträger reagierten mit reduzierten Preisen für neue Wohnungen, um den Absatz anzukurbeln – was allerdings den Markt für Gebrauchtimmobilien unter Druck setzte.
Zinswende bringt Bewegung
Große Hongkonger Banken senkten die Zinssätze im Oktober zum fünften Mal seit September 2024, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve eine geldpolitische Lockerung vorgenommen hatte. Die Geldpolitik Hongkongs folgt der der USA im Gleichschritt, da die Währung der Stadt an den US-Dollar gekoppelt ist.
Analysten sehen Trendwende
Marktbeobachter deuten darauf hin, dass der Hongkonger Wohnungsmarkt seinen Tiefpunkt erreicht hat. Stabile Transaktionsvolumina bieten Unterstützung für diese These. Die weitere Preisentwicklung in diesem Jahr wird vom Tempo der Zinssenkungen, der Schwere der chinesisch-amerikanischen Handelsspannungen und der Performance des Aktienmarktes abhängen.
Eddie Kwok, Executive Director bei CBRE Hong Kong, erwartet für 2026 einen Anstieg der Wohnungspreise um 3 bis 5 Prozent. Er begründet dies mit einer Aktienmarktrallye im vergangenen Jahr, die einen Vermögenseffekt erzeugte und mehr Käufer ermutigte. Das starke Interesse der Bauträger an einer Grundstücksausschreibung in diesem Monat wertet er als Zeichen des Marktoptimismus.
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Zur AktienanalyseOptimistische Prognosen
Praveen Choudhary, Analyst bei Morgan Stanley, zeigt sich noch zuversichtlicher und prognostiziert für 2026 einen Preisanstieg von 10 Prozent. Er verweist auf eine gesteigerte Investitionsnachfrage und starke Mietentwicklungen, die durch einen stetigen Zustrom von Fachkräften und Studenten aus Festlandchina unterstützt werden.
Für deutsche Investoren, die sich für asiatische Immobilienmärkte interessieren, könnte die Entwicklung in Hongkong ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Erholung der Region sein. Allerdings bleibt der Markt volatil und stark von geopolitischen Faktoren abhängig.


