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Hongkong plant Steuervergünstigungen für Eigenhandelsfirmen wie Jane Street

Behörden prüfen Ausweitung einer geplanten Steuerreform auf Handelsfirmen – im Wettbewerb mit Singapur und New York.

Hongkong plant Steuervergünstigungen für Eigenhandelsfirmen wie Jane Street

Die Hongkonger Behörden erwägen, eine geplante Steuergesetzgebung auf Eigenhandelsfirmen wie Jane Street und Citadel Securities auszuweiten. Das berichtete die Financial Times am Dienstag unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Im Kern geht es darum, Mitarbeiter dieser Handelsfirmen von der Besteuerung leistungsbezogener Vergütungen zu befreien.

Der ursprüngliche Gesetzentwurf wurde im Juni eingebracht, mit dem erklärten Ziel, mehr Fonds und Family Offices für eine Ansiedlung in Hongkong zu gewinnen. Nun prüfen die Behörden, ob der aktuelle Entwurf geändert oder ergänzende Leitlinien herausgegeben werden sollen, um klarzustellen, dass auch Händler für die Steuervergünstigung qualifiziert sind. Der Gesetzentwurf liegt derzeit dem Legislativrat vor.

Hongkong im Wettbewerb um Finanztalente

Die potenziellen Änderungen spiegeln den wachsenden Druck wider, dem Hongkong als Finanzstandort ausgesetzt ist. Das chinesische Territorium steht im direkten Wettbewerb mit Singapur, New York und Miami um internationale Finanztalente und Unternehmen. Nach einer Phase der Stagnation arbeitet Hongkong aktiv daran, seine Position als globales Finanzzentrum zu festigen und zurückzugewinnen.

Eigenhandelsfirmen – sogenannte Proprietary-Trading-Firmen – handeln auf eigene Rechnung und nicht im Auftrag von Kunden. Unternehmen wie Jane Street und Citadel Securities zählen zu den bekanntesten Vertretern dieser Branche weltweit. Sie beschäftigen hochqualifizierte Händler und Quantitative Analysten, die in der Regel einen erheblichen Teil ihrer Vergütung in Form von leistungsbezogenen Boni erhalten.

Nicht alle Firmen könnten profitieren

Laut dem FT-Bericht könnten jedoch nicht alle Eigenhandelsfirmen für die geplanten Steuervergünstigungen infrage kommen. Die genauen Kriterien sind noch nicht abschließend definiert. Die Behörden haben die Wahl, entweder den bestehenden Gesetzentwurf direkt zu ändern oder ergänzende Leitlinien zum aktuellen Vorschlag vorzulegen – beide Optionen werden demnach geprüft.

Für deutsche Privatanleger und Beobachter des asiatischen Finanzmarkts ist diese Entwicklung ein weiteres Zeichen dafür, dass der Standortwettbewerb unter globalen Finanzzentren intensiver wird. Steuerliche Anreize für Finanzunternehmen und deren Mitarbeiter sind ein zentrales Instrument, mit dem Städte wie Singapur seit Jahren erfolgreich Kapital und Talente anziehen. Hongkong versucht nun, mit ähnlichen Maßnahmen gegenzusteuern und seinen Ruf als führendes Finanzzentrum Asiens zu verteidigen.

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