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Hongkong plant Steuerbefreiung für Carried Interest von Fondsmanagern

Hongkong will Performance-Boni von Fondsmanagern von der Steuer befreien und so führende Investmenttalente anziehen.

Hongkong plant Steuerbefreiung für Carried Interest von Fondsmanagern

Hongkong erwägt laut einem Reuters-Bericht vom Freitag die Abschaffung der Steuern auf Performance-Boni von Fondsmanagern. Die geplante Reform ist Teil der Bemühungen der Stadt, internationale Investmenttalente anzulocken. Sollten die Pläne umgesetzt werden, wäre Hongkong der erste bedeutende Finanzplatz in Asien, der Steuervergünstigungen für Privatpersonen auf sogenannte „Carried Interest" einführt.

Carried Interest bezeichnet erfolgsabhängige Vergütungen, die an die Anlagerenditen eines Fonds gekoppelt sind. Derzeit besteuert Hongkong solche Performance-Boni mit bis zu 17 Prozent. Diese Besteuerung beeinflusst, wie Hedgefonds Gewinne erwirtschaften und ihre Portfoliomanager vergüten – insbesondere in starken Marktjahren.

Gesetzentwurf bereits im nächsten Monat erwartet

Die Hongkonger Regierung plant, den entsprechenden Gesetzentwurf bereits im nächsten Monat dem Legislativrat vorzulegen. Das bestätigte Michael Wong Wai-lun, der stellvertretende Finanzsekretär der Stadt, diese Woche auf einer Konferenz. Die Reformen könnten laut dem Bericht, der sich auf Marktteilnehmer und mit den Plänen vertraute Quellen beruft, führende Vermögensverwalter und Star-Investoren dazu bewegen, Niederlassungen in der Stadt zu eröffnen.

Eric Lam, Partner für M&A-Steuerberatung bei Deloitte, erklärte gegenüber Reuters, dass die Branche die potenziellen Änderungen mit Begeisterung aufgenommen habe. Deloitte führt derzeit Gespräche mit Kunden darüber, wie sie sich auf die Reformen vorbereiten können. Das Beratungsunternehmen war zudem an den Regierungskonsultationen zu den Vorschlägen beteiligt und hielt kürzlich Seminare mit Vermögensverwaltern in Peking, Shanghai und Hongkong ab.

Millionenboni machen Steuervergünstigung besonders attraktiv

Die finanziellen Dimensionen verdeutlichen, warum die Reform für die Branche so bedeutsam ist. Marktgewinne im vergangenen Jahr führten dazu, dass mehrere asiatische Fondsmanager mehr als eine Million US-Dollar an erfolgsabhängigen Boni erhielten. Spitzenperformer verdienten sogar Summen von über 50 Millionen US-Dollar – was eine Steuervergünstigung für diese Personen äußerst wertvoll machen würde.

Im internationalen Vergleich würden die geplanten Änderungen Hongkong gegenüber Singapur eine größere steuerliche Sicherheit für Carried Interest verschaffen. Gleichzeitig würde die Stadt näher an Dubai heranrücken, wo für Privatpersonen generell keine Einkommensteuer anfällt. Dieser Wettbewerb um Finanztalente zwischen den großen asiatischen Finanzzentren hat in den vergangenen Jahren deutlich an Intensität gewonnen.

Für deutsche Privatanleger und institutionelle Investoren ist die Entwicklung relevant, da Hongkong als wichtiger Zugangsmarkt für Investments in China und Asien gilt. Eine attraktivere Steuerstruktur könnte die Qualität und Anzahl der dort ansässigen Fondsmanager erhöhen und damit auch das Angebot an Anlageprodukten für den asiatischen Raum verbessern.

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