Hongkong: Immobilienpreise steigen erstmals seit 2021
Nach Jahren des Rückgangs verzeichnet Hongkongs Immobilienmarkt eine Trendwende. Die Preise für private Wohnimmobilien stiegen 2025 um 3,3 Prozent – der erste Jahreszuwachs seit 2021.

Der Hongkonger Immobilienmarkt zeigt erste Erholungstendenzen nach einer mehrjährigen Talfahrt. Wie Regierungsdaten des Rating and Valuation Department am Mittwoch zeigten, stiegen die Preise für private Wohnimmobilien im Jahr 2025 um 3,3 Prozent. Dies markiert den ersten Jahreszuwachs seit 2021 und signalisiert eine mögliche Bodenbildung in einem der teuersten Immobilienmärkte weltweit.
Im Dezember legten die Preise gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent zu – der siebte monatliche Anstieg in Folge. Zuvor hatte der November bereits ein Plus von 1,1 Prozent verzeichnet, das nachträglich nach oben korrigiert wurde. Zinssenkungen und ein rückläufiges Wohnungsangebot hatten die Marktstimmung spürbar verbessert.
Dramatischer Preisverfall seit 2021
Die aktuelle Erholung folgt auf einen dramatischen Einbruch von fast 30 Prozent seit dem Höchststand im Jahr 2021. Hongkong gilt als eine der weltweit am wenigsten erschwinglichen Städte für Wohneigentum. Der Preisverfall wurde durch mehrere Faktoren ausgelöst: steigende Hypothekenzinsen, gedämpfte Wirtschaftsaussichten und eine gesunkene Nachfrage infolge strenger COVID-19-Maßnahmen sowie nationaler Sicherheitsgesetze, die eine Abwanderung von Fachkräften zur Folge hatten.
Um den für die Wirtschaft zentralen Immobiliensektor zu stützen, hoben die Behörden seit 2024 Kaufbeschränkungen auf und lockerten die Anforderungen für Anzahlungen. Entwickler reagierten mit ermäßigten Preisen für Neubauten, was allerdings den Gebrauchtimmobilienmarkt unter Druck setzte.
Zinssenkungen als Markttreiber
Eine entscheidende Rolle für die Markterholung spielten die Zinssenkungen großer Hongkonger Banken. Im Oktober reduzierten sie die Hypothekenzinsen zum fünften Mal seit September 2024, im Gleichschritt mit der Lockerungspolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Da der Hongkong-Dollar an den US-Dollar gekoppelt ist, bewegt sich die Geldpolitik der Stadt synchron mit den USA.
Optimistische Prognosen für 2026
Marktexperten zeigen sich zuversichtlich für die weitere Entwicklung. Eddie Kwok, Executive Director bei CBRE Hongkong, prognostiziert für 2026 einen Preisanstieg von 3 bis 5 Prozent. Er verweist auf die Aktienmarktrallye des vergangenen Jahres, die einen Vermögenseffekt erzeugte und mehr Käufer anzog. Das starke Interesse von Bauträgern an einer Grundstücksausschreibung im Januar wertet er als Zeichen des Marktoptimismus.
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Zur AktienanalyseNoch bullisher zeigt sich Praveen Choudhary von Morgan Stanley, der für 2026 einen Anstieg von 10 Prozent erwartet. Seine Prognose stützt sich auf eine erhöhte Investitionsnachfrage und starke Mietentwicklungen, getragen durch einen stetigen Zustrom von Fachkräften und Studenten aus Festlandchina.
Unsicherheitsfaktoren bleiben
Die weitere Preisentwicklung wird laut Analysten vom Tempo der Zinssenkungen, der Schwere möglicher chinesisch-amerikanischer Handelsspannungen und der Performance des Aktienmarktes abhängen. Stabile Transaktionsvolumina bieten jedoch eine solide Basis für die Erholung. Viele Experten gehen davon aus, dass der Hongkonger Wohnungsmarkt seinen Tiefpunkt durchschritten hat.


