Honeywell-CEO: KI wird Automatisierung angesichts Arbeitskräftemangels neu definieren
Vimal Kapur sieht KI als größte Wachstumschance für Honeywell – besonders im Kontext globaler Arbeitskräfteknappheit und alternder Bevölkerungen.

Honeywell-CEO Vimal Kapur hat in einem Interview mit CNBC-Moderator Jim Cramer in der Sendung „Mad Money" erklärt, dass künstliche Intelligenz kurz davor stehe, die „Automatisierung neu zu definieren". KI helfe Unternehmen dabei, Betriebsdaten in handlungsrelevante Erkenntnisse umzuwandeln. Kapur sieht darin eine bedeutende Wachstumschance für das nächste Kapitel des Industriekonglomerats.
„Die Kraft der KI wird die Automatisierung neu definieren", sagte Kapur. Seine Aussagen fallen in eine entscheidende Phase für Honeywell: Das Unternehmen bereitet die Abspaltung seines Luftfahrtgeschäfts zum 29. Juni vor. Danach bleibt ein reines Automatisierungsunternehmen – ein sogenanntes „Pure Play" – übrig.
Das Automatisierungsgeschäft von Honeywell umfasst Sensoren, Steuerungen und Software, die Kunden bei der Verwaltung kritischer Abläufe unterstützen. Zu den Einsatzbereichen zählen Krankenhäuser, Flughäfen, Rechenzentren, Halbleiteranlagen und Flüssigerdgas-Anlagen. Diese Systeme generieren bereits enorme Mengen an Betriebsdaten – und genau hier setzt KI an.
Arbeitskräftemangel als Treiber der Nachfrage
Kapur betonte, dass der wachsende Fachkräftemangel die Nachfrage nach Automatisierungslösungen massiv antreibe. Die Kunden von Honeywell seien branchenübergreifend mit einem Mangel an Bedienern und Technikern konfrontiert. Alternde Bevölkerungen und ein verlangsamtes Wachstum der Erwerbsbevölkerung würden das Problem langfristig weiter verschärfen.
„Die Netto-Erwerbsbevölkerung wird nicht steigen. Sie wird über einen gewissen Zeitraum hinweg abnehmen", sagte Kapur. Infolgedessen wenden sich Unternehmen verstärkt KI und Automatisierung zu, um mit weniger Personal mehr zu erreichen. Dieser Trend ist auch für deutsche Unternehmen hochrelevant, da Deutschland ebenfalls mit einem ausgeprägten Fachkräftemangel und einer alternden Gesellschaft kämpft.
Kapur hob hervor, dass KI die bestehenden Systeme von Honeywell noch wertvoller mache. Die bereits vorhandenen Betriebsdaten könnten nun in handlungsrelevante Optimierungserkenntnisse umgewandelt werden, die die Entscheidungsfindung verbessern und Aufgaben automatisieren, die zuvor menschliches Eingreifen erforderten.
Wachstum statt nur Kostensenkung
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Zur AktienanalyseBesonders interessant ist Kapurs Einschätzung, wie Kunden die Technologie wahrnehmen. Er betonte, dass Unternehmen KI und Automatisierung nicht nur als Werkzeug zur Kostensenkung sehen, sondern als Wachstumstreiber. „Unsere Kunden sehen darin nicht nur eine Chance zur Produktivitätssteigerung", sagte er. „Sie sehen darin eine Möglichkeit zur Umsatzgenerierung."
Honeywell selbst sieht sich laut Kapur einzigartig positioniert, um von diesem Trend zu profitieren. Das Unternehmen verfüge über tiefgreifende Fachkompetenz und riesige Mengen an Betriebsdaten, die bereits durch seine Systeme fließen. „Physische KI basiert bei uns auf unserem Fachwissen", sagte Kapur. „Sie baut auf den Daten auf, die wir in unserem System besitzen."
Im vergangenen Herbst hatte Honeywell bereits Solstice Advanced Materials abgespalten und damit seine mehrjährigen Bemühungen fortgesetzt, das Portfolio zu vereinfachen und sich auf Automatisierungsgeschäfte zu konzentrieren. „Wir nutzen die Gelegenheit, ein sektorübergreifendes Pure-Play-Automatisierungsunternehmen aufzubauen, und diese Chance ist durch den Einzug der KI nun noch überzeugender", so Kapur. Mit der bevorstehenden Abspaltung des Luftfahrtgeschäfts zum 29. Juni setzt Honeywell diesen strategischen Kurs konsequent fort.


