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Hollywood-Regisseur Rinsch wegen Netflix-Betrug zu Haft verurteilt

Carl Erik Rinsch zweckentfremdete 11 Millionen US-Dollar für Luxusgüter und Kryptowährungen statt für eine Netflix-Serie.

Hollywood-Regisseur Rinsch wegen Netflix-Betrug zu Haft verurteilt

Der Hollywood-Regisseur Carl Erik Rinsch ist wegen Betrugs an Netflix zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 48-Jährige hatte Gelder in Höhe von 11 Millionen US-Dollar (rund 8,3 Millionen Pfund), die für die Fertigstellung einer Science-Fiction-Serie bestimmt waren, für private Zwecke verwendet. Das Urteil fällte Richter Jay Rakoff in New York.

Rinsch, der vor allem durch den Film „47 Ronin" aus dem Jahr 2013 bekannt wurde, war im vergangenen Jahr wegen Betrugs auf Bundesebene sowie Geldwäsche schuldig gesprochen worden. Ihm drohten ursprünglich bis zu 90 Jahre Haft. Neben der Gefängnisstrafe verhängte Richter Rakoff zusätzlich drei Jahre überwachte Freilassung (Supervised Release), Einziehungen in Höhe von 11 Millionen US-Dollar sowie eine Geldstrafe von 700 US-Dollar.

Millionen für Luxus statt für die Produktion

Laut Staatsanwaltschaft stellte Netflix Rinsch insgesamt rund 55 Millionen US-Dollar für die unvollendete Science-Fiction-Serie bereit, die ursprünglich den Titel „White Horse" trug. Darunter befanden sich die besagten 11 Millionen US-Dollar, die Rinsch angeblich für den Abschluss der Produktion benötigte. Stattdessen überwies er das Geld auf ein privates Konto.

Dort investierte er die Mittel und verlor innerhalb weniger Monate die Hälfte davon. Einen weiteren Teil des Geldes verwendete er laut Anklage für verschwenderische Käufe: Rolls-Royce-Fahrzeuge sowie Matratzen im Wert von Hunderttausenden US-Dollar gehörten dazu, ebenso wie Investitionen in Kryptowährungen.

Während des einwöchigen Prozesses in New York wurden mehrere Netflix-Führungskräfte als Zeugen geladen. Sie sagten aus, dass sie lediglich einer Staffel der Serie zugestimmt hätten – eine Staffel, die Rinsch jedoch nie ablieferte.

Rinsch bestritt Vorsatz – und sagte selbst aus

Rinsch selbst trat als Zeuge auf – ein in US-Strafverfahren seltener Schritt für einen Angeklagten. Er behauptete, die Situation sei ein Missverständnis gewesen: Er habe geglaubt, das Geld sei dazu gedacht, die Produktion während der Corona-Pandemie aufrechtzuerhalten. Vor der Urteilsverkündung entschuldigte er sich jedoch und erklärte, er übernehme die Verantwortung für seine Taten.

Die New York Times berichtete zudem, dass Freunde und Kollegen Rinsch als zunehmend sprunghaft beschrieben, kurz nachdem er den Vertrag mit Netflix unterzeichnet hatte. Demnach glaubte er, Blitzeinschläge und Vulkanausbrüche vorhersagen zu können, und behauptete, von einem „geheimen Übertragungsmechanismus" für Covid-19 zu wissen.

Klare Botschaft der Staatsanwaltschaft

US-Staatsanwalt Jay Clayton kommentierte das Urteil mit deutlichen Worten: „Das heutige Urteil sendet eine abschreckende Botschaft: Betrug wird nicht toleriert." Der Fall zeigt, wie Vertrauen zwischen Produktionsstudios und Kreativen missbraucht werden kann – und welche strafrechtlichen Konsequenzen dies nach sich zieht.

Für Netflix, einen der weltweit größten Streaming-Anbieter, ist der Fall ein Mahnmal für die Risiken bei der Finanzierung von Großproduktionen. Der Konzern hatte insgesamt rund 55 Millionen US-Dollar in ein Projekt investiert, das nie fertiggestellt wurde – ein erheblicher finanzieller und reputativer Schaden.

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