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Höhere Bauzinsen belasten Anschlussfinanzierungen

Eigentümer können durch Bankwechsel und Forward-Darlehen bessere Konditionen erzielen

Höhere Bauzinsen belasten Anschlussfinanzierungen

Der Anstieg der Bauzinsen hat weitreichende Auswirkungen auf den Markt für Immobilienfinanzierungen. Für Käufer, die aktuell ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung abschließen möchten, liegt der Zinssatz im Durchschnitt bei 3,8 Prozent, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den 3,2 Prozent im Januar darstellt. Dies stellt eine erhebliche Veränderung dar, die nicht nur für Neukäufer von Bedeutung ist, sondern auch für Eigentümer, deren Kreditverträge bald auslaufen und die eine Anschlussfinanzierung benötigen. Diese Eigentümer müssen oft mit schlechteren Konditionen rechnen als zu Beginn ihrer Immobilienfinanzierung.

Ein einfaches Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Bei einer Restschuld von 250.000 Euro und einem Zinssatz von 3,8 Prozent würden die Eigentümer im ersten Jahr ihrer neuen Darlehensvereinbarung rund 9.413 Euro an Zinsen zahlen. Wären sie jedoch zu Beginn des Jahres zu den damals geltenden 3,2 Prozent Zinsen in die Anschlussfinanzierung gegangen, hätten sie nur 7.927 Euro an Zinsen gezahlt. Ein noch drastischeren Unterschied gibt es im Vergleich zu 2015, als viele Eigentümer ihre Kredite zu Zinssätzen von rund 1,3 Prozent abschlossen. Damals war das Zinsumfeld außergewöhnlich günstig und solche Konditionen sind heute nicht mehr zu erwarten.

Der Anstieg der Bauzinsen ist vor allem durch die steigenden Renditen von Staatsanleihen bedingt, die durch das Finanzpaket der neuen Bundesregierung noch verstärkt wurden. Die erhöhte Verschuldung des Staates hat zu einer Erhöhung der Risikoaufschläge für Investoren geführt, was wiederum die Bauzinsen beeinflusst. Auch wenn die Europäische Zentralbank den Leitzins senkt, wirken sich diese Maßnahmen nicht direkt auf die Bauzinsen aus, da letztere hauptsächlich von der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe abhängen.

Für Eigentümer, die sich vor zukünftigen Zinsschwankungen absichern wollen, gibt es inzwischen wieder vermehrt die Möglichkeit, ein Forward-Darlehen abzuschließen. Damit sichern sich die Kreditnehmer bereits heute einen Zinssatz für eine Anschlussfinanzierung, die zu einem späteren Zeitpunkt fällig wird. Das Risiko, dass der Zinssatz zu einem späteren Zeitpunkt höher ausfällt, kann so abgefedert werden, während ein möglicher Zinssatzrückgang nicht vom Kreditnehmer genutzt werden kann. Es gibt jedoch derzeit gute Angebote für Forward-Darlehen mit einer Laufzeit von zwölf Monaten, bei denen die Aufschläge noch relativ gering sind.

Für Immobilienbesitzer, die auf bessere Konditionen hoffen, kann es auch sinnvoll sein, die Bank zu wechseln. Denn wenn sie bei ihrer ursprünglichen Bank bleiben, erhalten sie oft nur ein Angebot, das auf den alten Konditionen basiert. Ein Wechsel zu einer anderen Bank kann unter Umständen zu deutlich besseren Zinsen führen. In einigen Fällen, wie bei einer signifikanten Wertsteigerung der Immobilie, kann dies sogar zu einem niedrigeren Zinssatz und damit zu einer deutlichen Einsparung führen.

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