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Hochzinsanleihen und Private Credit: Warum Anleger unterscheiden sollten

Im aktuellen Ausverkauf werfen viele Investoren Hochzinsanleihen und Leveraged Loans in einen Topf – ein teurer Fehler.

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Hochzinsanleihen und Private Credit: Warum Anleger unterscheiden sollten

Viele Anleger stoßen derzeit alles ab, was riskant erscheint. Hochzinsanleihen – also Anleihen von Unternehmen mit sogenannten „Junk"-Ratings – wurden dabei vom selben Ausverkauf erfasst wie andere Unternehmenskredite. Doch wer beide Märkte gleichsetzt, begeht einen Fehler.

Besonders betroffen waren zuletzt Kredite an hoch verschuldete Unternehmen, insbesondere solche, die von privaten Fonds vergeben wurden – der sogenannte Private-Credit-Markt. Der Ausverkauf traf beide Segmente, obwohl sie sich in ihrer Struktur und ihren Risikoprofilen erheblich unterscheiden.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Hochzinsanleihen und handelbare Leveraged Loans teilen durchaus einige Merkmale. Unternehmen in beiden Märkten tragen typischerweise eine hohe Schuldenlast, oft als Folge eines Private-Equity-Buyouts. Das setzt beide einem größeren Ausfallrisiko aus als Investment-Grade-Anleihen – weshalb sie im Gegenzug höhere Renditen bieten.

Ein wesentlicher struktureller Unterschied besteht jedoch in der Zinssensitivität: Hochzinsanleihen zahlen feste Kupons, während die Auszahlungen von Leveraged Loans variabel mit dem jeweiligen Zinsniveau schwanken. Das macht beide Instrumente in unterschiedlichen Zinsumfeldern attraktiv oder riskant.

Entscheidend ist aber vor allem die sektorale Zusammensetzung der jeweiligen Märkte – und hier liegen die wirklich bedeutsamen Unterschiede.

Sektorgewichtung macht den Unterschied

Im ICE BofA US High Yield Index ist Energie mit einem Anteil von 11% der größte Sektor. Hinzu kommt die Grundstoffindustrie mit einem Gewicht von 9%. Diese Ausrichtung auf rohstoffnahe Branchen verleiht Hochzinsanleihen im aktuellen Marktumfeld eine besondere Qualität: Sie könnten indirekt als Absicherung gegen Kursverluste in anderen Marktbereichen dienen, die durch stark steigende Energiepreise verursacht werden – etwa im Kontext geopolitischer Spannungen rund um den Iran.

Der Leveraged-Loan-Markt ist dagegen ganz anders aufgestellt. Im Morningstar LSTA US Leveraged Loan Index ist Software und Dienstleistungen mit einem Anteil von 15% die am stärksten gewichtete Branche. Laut den Indizes von JPMorgan Chase macht Software 14,5% des Leveraged-Loan-Marktes aus – im Hochzinsbereich sind es hingegen nur 4,5%.

Technologierisiko trifft Kreditmärkte stärker

Diese unterschiedliche Sektorgewichtung ist im aktuellen Marktumfeld besonders relevant. Ängste vor KI-getriebener Disruption und Preisschocks an den Rohstoffmärkten sind derzeit zentrale Themen für Investoren. Während der Leveraged-Loan-Markt mit seinem hohen Software-Anteil stärker von Technologierisiken betroffen ist, könnten Hochzinsanleihen von steigenden Energie- und Rohstoffpreisen sogar profitieren.

Für deutsche Privatanleger, die in Unternehmensanleihen oder entsprechende Fonds investiert sind, lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Zusammensetzung ihrer Portfolios. Nicht jede Anleihe mit niedrigem Rating ist gleich riskant – und nicht jeder Ausverkauf trifft alle Segmente aus denselben Gründen. Wer pauschal verkauft, riskiert, genau jene Positionen abzustoßen, die im aktuellen Umfeld als natürliche Absicherung dienen könnten.

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