Hochtief hebt Prognose kräftig an
US-Tochter Turner und Rechenzentrumsboom treiben Baukonzern auf Rekordniveau

Hochtief hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich angehoben und blickt optimistischer auf den weiteren Verlauf. Der im MDAX notierte Baukonzern erwartet nun einen operativen Konzerngewinn zwischen 750 und 780 Millionen Euro. Zuvor war das Management von 680 bis 730 Millionen Euro ausgegangen. Die neue Spanne entspricht einem Zuwachs von bis zu 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als der operative Gewinn 625 Millionen Euro betrug.
Vorstandschef Juan Santamaría Cases führte die Anpassung auf eine sehr starke Dynamik im US-Geschäft zurück. Insbesondere die Tochtergesellschaft Turner, die in den Vereinigten Staaten zahlreiche Großprojekte im Bereich Rechenzentren und Energieinfrastruktur realisiert, habe entscheidend zur Verbesserung beigetragen. Das diversifizierte Portfolio, eine effiziente Projektabwicklung und eine konservative Finanzstrategie hätten laut Santamaría wesentlich zum Erfolg beigetragen.
Im dritten Quartal übertraf Hochtief die Markterwartungen deutlich. Der operative Konzerngewinn stieg um 22,5 Prozent auf 183 Millionen Euro, während Analysten im Schnitt mit rund 176 Millionen Euro gerechnet hatten. Der Umsatz legte um 9,1 Prozent auf 9,74 Milliarden Euro zu. Auch der Gewinn nach Steuern erhöhte sich um mehr als 22 Prozent auf 175 Millionen Euro. Einzig der Auftragseingang zeigte sich leicht rückläufig und lag mit 10,5 Milliarden Euro rund zwei Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Auftragsbestand blieb mit 69,6 Milliarden Euro jedoch nahezu stabil. Besonders das Geschäft mit Rechenzentren entwickelte sich überdurchschnittlich stark, der Auftragsbestand in diesem Segment hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt.
Das Unternehmen profitiert von der weltweit hohen Nachfrage nach Infrastrukturinvestitionen. Neben dem wachsenden Bedarf an Rechenzentren treiben auch Projekte im Bereich Energieversorgung, Wasserstoffanlagen und erneuerbare Energien die Entwicklung an. Hochtief fokussiert sich gezielt auf renditestarke Projekte in den Zukunftsfeldern Digitalisierung und Energiewende, um eine stabile Ertragsbasis zu sichern.
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Zur AktienanalyseNach einem erfolgreichen dritten Quartal rechnet der Konzern mit einer weiteren Beschleunigung des Gewinnwachstums im Schlussquartal. Die hohe Margenstärke des US-Geschäfts, eine strikte Kostendisziplin und der Fokus auf margenstarke Spezialprojekte sollen den positiven Trend fortsetzen. Mit einer operativen Gewinnspanne von rund 2,5 Prozent bewegt sich Hochtief weiterhin auf einem für die Bauindustrie überdurchschnittlichen Niveau. Analysten dürften die angehobene Prognose als Signal für die Stabilität und Wettbewerbsstärke des Unternehmens werten.


