HOA-Gebühren in den USA steigen auf Rekordhoch
Explodierende Hausgeldkosten belasten amerikanische Immobilienbesitzer massiv und verdrängen potenzielle Käufer vom Markt.

Die Kosten für Eigentümergemeinschaften in den USA erreichen neue Höchststände und bringen Hausbesitzer zunehmend in finanzielle Bedrängnis. Donald DeFesi aus Walnut Creek, Kalifornien, zahlt heute monatlich 1.500 US-Dollar an seine Eigentümergemeinschaft – mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 2015. Damit übersteigen seine Hausgeldkosten, kombiniert mit Wohngebäudeversicherung und Grundsteuer, bereits die monatliche Belastung aus Zins und Tilgung seiner Hypothek.
„Ich habe gewiss nicht damit gerechnet, dass die Beiträge für die Eigentümergemeinschaft so stark steigen würden", sagt DeFesi. Sein Fall ist kein Einzelfall, sondern steht stellvertretend für einen landesweiten Trend, der den ohnehin angespannten US-Immobilienmarkt weiter unter Druck setzt.
Deutlicher Anstieg bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern
Laut einer Analyse von Verkaufsangeboten durch Realtor.com lag die monatliche Median-Gebühr für Eigentumswohnungen im Jahr 2025 bei 420 US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Jahr 2019. Auch Besitzer von Einfamilienhäusern spüren den Druck: Die mittleren HOA-Gebühren stiegen seit 2019 um 26 Prozent auf zuletzt 63 US-Dollar pro Monat.
Zum Vergleich: In Deutschland sind vergleichbare Kosten unter dem Begriff „Hausgeld" bekannt, das Eigentümer von Eigentumswohnungen monatlich an die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) entrichten. Auch hierzulande steigen diese Kosten, doch das US-amerikanische HOA-System – das sogenannte Homeowners Association-Modell – ist deutlich weiter verbreitet und umfasst oft auch Einfamilienhaussiedlungen.
Belastung für Käufer und Eigentümer gleichermaßen
Die steigenden HOA-Gebühren verschärfen die Lage auf dem US-Immobilienmarkt erheblich. Viele potenzielle Käufer werden durch die zusätzlichen monatlichen Kosten vom Kauf einer Immobilie abgehalten. Die Gesamtbelastung aus Hypothek, Versicherung, Grundsteuer und Hausgeld übersteigt für viele Haushalte die finanzielle Tragbarkeitsgrenze.
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Zur AktienanalyseFür Investoren und Beobachter des US-Immobilienmarkts ist dieser Trend ein wichtiges Signal. Steigende Nebenkosten können die Nachfrage nach Wohneigentum dämpfen und sich langfristig auf Immobilienpreise sowie den Markt für Hypothekenkredite auswirken. Besonders in teuren Ballungsräumen wie Kalifornien, wo DeFesi lebt, summieren sich die monatlichen Fixkosten für Wohneigentum auf beträchtliche Summen.
Die Daten von Realtor.com zeigen, dass der Anstieg der HOA-Gebühren seit 2019 – also innerhalb von nur sechs Jahren – mit rund 26 bis 29 Prozent deutlich über der allgemeinen Inflationsrate liegt. Dies deutet darauf hin, dass strukturelle Faktoren wie steigende Verwaltungskosten, höhere Versicherungsprämien und notwendige Instandhaltungsrücklagen die Entwicklung antreiben.


