ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Hitzewelle in England: Wie Metzger, Bäcker und Kerzenmacher leiden

Temperaturen bis 38 Grad Celsius treffen kleine Betriebe in Suffolk unterschiedlich hart – mit überraschenden Gewinnern und Verlierern.

Hitzewelle in England: Wie Metzger, Bäcker und Kerzenmacher leiden

Die aktuelle Hitzewelle in Großbritannien trifft nicht nur Pendler und Schüler, sondern auch kleine Handwerksbetriebe und Einzelhändler. In der englischen Grafschaft Suffolk gilt derzeit eine bernsteinfarbene Wetterwarnung, während das Met Office Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius prognostiziert. In London und Teilen Südostenglands wurde sogar eine seltene rote Wetterwarnung vor extremer Hitze ausgerufen – ein Zeichen für das Risiko schwerer Erkrankungen und Lebensgefahr.

Doch wie gehen lokale Unternehmer mit der Extremhitze um? Ein Metzger, ein Bäcker und eine Kerzenherstellerin aus Suffolk geben Einblicke in ihren Alltag unter der sengenden Sonne.

Metzger profitiert – bis zu einem gewissen Punkt

Alastair Angus, Inhaber von Thurston Butchers, berichtet von einem zwiespältigen Effekt der Hitze auf sein Geschäft. „Es herrscht Hochbetrieb, da wir feststellen, dass die Menschen viel mehr draußen sind und im Freien kochen; der Umsatz steigt bei dieser Hitze definitiv an", sagt er. Doch der Unternehmer warnt vor einem Wendepunkt: „Wenn es etwa 30 Grad und mehr erreicht, schreckt das die Leute ab, und der Trend kehrt sich leicht um – die Menschen wollen einfach weniger essen oder greifen eher zu Salaten."

Angus sieht die ideale Grilltemperatur für seine Kunden zwischen 22 und 28 Grad Celsius. Sein Betrieb ist mit einer Klimaanlage und großen Kühlräumen ausgestattet, sodass der Betrieb weitgehend normal aufrechterhalten werden kann. Dennoch bleibt die Wetterbeobachtung ein zentrales Thema: „Wenn das Wetter über Nacht umschlägt und wir bereits viel Grillgut vorbereitet haben, ist das ein Albtraum für uns", erklärt er. „Es ist ein fortwährender Kampf."

Bäckerei schließt früher – Umsatzeinbruch durch Hitze

Will Wooster, Inhaber von Wooster's Bakery in Bury St Edmunds und Stanton, hat seine Geschäfte in dieser Woche früher geschlossen. Die Hitze habe zu einem spürbaren „Umsatzeinbruch" geführt. „Die Menschen haben weniger Appetit", sagt Wooster. „Sie wollen nicht so oft vor die Tür gehen, was verständlich ist. Es macht also keinen Sinn, unser Verkaufspersonal dem auszusetzen und sie bei 35 Grad Hitze warten zu lassen, ohne dass möglicherweise jemand vorbeikommt."

Auch in der Produktion macht sich die Hitze bemerkbar. Obwohl ein großes Kühlsystem installiert wurde, spüre man es deutlich, wenn die Sonne auf die Produktionsstätte trifft. Besonders an den Öfen sei es extrem heiß. Um die Mitarbeiter zu schützen, setzt Wooster auf ein Rotationssystem: „Wenn wir während der heißen Tageszeit backen, lassen wir die Mitarbeiter rotieren, um sicherzustellen, dass jeder mal aus der Hitze herauskommt."

Kerzenherstellerin: Kälte ist das eigentliche Problem

Jill Edwards gründete die Ruby Grace Candle Co. in Eye im Jahr 2017, nachdem sie sich nach einer Kündigung entschlossen hatte, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Sie stellt hauptsächlich Containerkerzen her und hat eine überraschende Perspektive auf die Hitzewelle: Kaltes Wetter bereitet ihr mehr Probleme als die aktuelle Hitze.

„Sie brauchen bei dieser Hitze länger, um fest zu werden, aber wenn das Wetter sehr kalt ist, muss ich die Temperatur in unserer Werkstatt erhöhen, damit sie nicht zu schnell hart werden", erklärt Edwards. Ein langsames Aushärten sei für die Qualität der Kerzen tatsächlich besser – und genau das begünstige die Wärme.

„Sie werden sich nicht spontan entzünden"

Die größte Herausforderung für Edwards liegt im Außenverkauf, etwa auf Märkten. Direktes Sonnenlicht bei Temperaturen von 30 Grad oder mehr lässt die Kerzen zwar nicht schmelzen, aber die zur Parfümierung verwendeten Öle steigen an die Oberfläche. „Es bildet sich ein Glanz auf der Oberseite und sie sehen nicht mehr so schön aus", sagt sie. Ihren Kunden empfiehlt sie, Kerzen bei dieser Hitze nicht auf Fensterbänke zu stellen: „Sie werden sich nicht spontan entzünden, aber sie werden sehr weich."

Die Berichte aus Suffolk zeigen, wie unterschiedlich eine Hitzewelle kleine Betriebe treffen kann. Während der Metzger von der Grillsaison profitiert, kämpft die Bäckerei mit Umsatzeinbußen und Mitarbeiterschutz. Die Kerzenherstellerin hingegen sieht in der Wärme sogar einen produktionstechnischen Vorteil – solange ihre Waren nicht in der prallen Sonne stehen.

Hitzewelle EnglandSuffolk HitzeExtremhitze GroßbritannienWetterwarnung EnglandKleine Betriebe HitzeMet Office WarnungHitzewelle Auswirkungen

Disclaimer