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Hims & Hers: Peptid-Boom als neuer Wachstumstreiber nach GLP-1

RFK Jr.s FDA-Initiative zu Peptiden beflügelt die Aktie von Hims & Hers und eröffnet dem Telemedizin-Unternehmen neue Umsatzchancen.

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Hims & Hers: Peptid-Boom als neuer Wachstumstreiber nach GLP-1

Die Aktie von Hims & Hers Health legte am Donnerstag zu, nachdem US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. eine bedeutende regulatorische Initiative angekündigt hatte. Die FDA plant demnach die Einberufung eines Beratungsausschusses für Apothekenrezepturen, der Peptide für eine mögliche Aufnahme in die sogenannte „503A Bulk List" prüfen soll. Diese Einstufung würde es ermöglichen, entsprechende Medikamente auf individueller Rezepturbasis herzustellen – anstatt sie in Massenproduktion zu fertigen.

Für das Telemedizin-Unternehmen Hims & Hers könnte diese Entwicklung besonders relevant sein. Das Unternehmen sucht nach neuen Wachstumstreibern, während es sein margenstarkes Geschäft mit zusammengesetzten GLP-1-Präparaten schrittweise umstrukturiert und Mitglieder verstärkt zu Markenmedikamenten lenkt. Peptide kristallisieren sich dabei als einer der vielversprechendsten Kandidaten für die Nachfolge heraus.

Hims bereitet sich seit Jahren auf Peptid-Geschäft vor

Das Unternehmen ist in diesem Bereich kein Neuling. Bereits im Februar 2025 erwarb Hims & Hers eine in Kalifornien ansässige Peptid-Produktionsstätte. CEO Andrew Dudum bezeichnete die Nachfrage nach Peptiden zu diesem Zeitpunkt als „zukunftsweisende Innovation". Nach Kennedys Ankündigung begrüßte der medizinische Leiter von Hims, Dr. Patrick Carroll, die Nachricht als Abkehr vom „Graumarkt" – mit dem erklärten Ziel, die Peptidtherapie in eine regulierte, ärztlich geleitete Versorgung zu überführen.

Peptide sind kurze Ketten von Aminosäuren – vereinfacht gesagt kleine Bausteine von Proteinen –, die für eine breite Palette von Gesundheits- und Wellnessanwendungen untersucht werden. Sie gelten jedoch als umstritten, da die wissenschaftlichen Belege für ihre langfristige Sicherheit und Wirksamkeit begrenzt sind und ihre Produktion bislang weitgehend unreguliert bleibt.

Zwölf Peptide auf Kennedys Vorschlagsliste – nicht alle unproblematisch

Von den zwölf Peptiden, die Kennedy für die Aufnahme in die Bulk-Liste vorschlug, ist eines besonders heikel: MK-677 wird oft als illegale Substanz behandelt, wenn es für den menschlichen Verzehr verkauft wird, und wurde zudem von der Welt-Anti-Doping-Agentur verboten. Andere Substanzen auf der Liste, wie GHK-Cu und Semax – eingesetzt zur kosmetischen oder kognitiven Verbesserung –, gelten als weniger umstritten, lassen jedoch ebenfalls eine robuste wissenschaftliche Untermauerung vermissen.

Kennedy, der während einer Anhörung des Ways and Means Committee des US-Repräsentantenhauses am Donnerstag zu seinen Plänen befragt wurde, hat in der Vergangenheit wiederholt medizinische Behandlungen und Ernährungsoptionen unterstützt, die außerhalb des wissenschaftlichen Mainstreams liegen.

Analysten sehen Potenzial – aber erst langfristig

Das Analysehaus Leerink Partners bewertet die FDA-Initiative als positives Signal für Hims & Hers. Die Prüfung der Peptide für die Rezepturliste könnte dem Unternehmen einen klareren regulatorischen Weg zur Skalierung von Peptidtherapien ebnen. Gleichzeitig betonen die Analysten, dass es Zeit brauchen werde, bis Peptide das Unternehmensergebnis spürbar steigern. Die Chance befinde sich noch in einem frühen Stadium, und die klinische Evidenz für viele Peptidtherapien sei nach wie vor begrenzt.

Der FDA-Prozess steht erst am Anfang. Die für Juli geplante Sitzung des Beratungsausschusses wird lediglich beratenden Charakter haben, sodass unmittelbare regulatorische Änderungen nicht zu erwarten sind. Dennoch richten Investoren ihren Blick bereits auf das, was GLP-1 als Wachstumstreiber bei Hims & Hers ablösen könnte – und Peptide stehen dabei ganz oben auf der Liste der Kandidaten.

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