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Hertha Metals startet 100-Millionen-Dollar-Werk für Magnetqualitätseisen in Texas

Das Startup will eine kritische Lücke in der US-Lieferkette für Seltenerdmagnete schließen und Chinas Dominanz brechen.

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Hertha Metals startet 100-Millionen-Dollar-Werk für Magnetqualitätseisen in Texas

Hertha Metals hat am Montag den ersten Spatenstich für seine kommerzielle Anlage „Hertha Chalyx" in Conroe, Texas, gefeiert. Die rund 100 Millionen US-Dollar teure Anlage ist auf eine Jahresproduktion von rund 10.000 Tonnen hochreinem Eisen in Stahl- und Magnetqualität ausgelegt. Damit setzt das in Houston ansässige Startup einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur heimischen Versorgung mit strategischen Materialien.

Chalyx entsteht direkt neben der bestehenden Pilotanlage Pi100 von Hertha und bildet gemeinsam mit dieser den ersten modernen Innovationskomplex für Eisen und Stahl in den USA. Das Unternehmen entwickelt und skaliert dort sein Verfahren zur Herstellung von Primäreisen und Stahl. Als Rohstoffe dienen heimisches Eisenerz – vorwiegend aus der Iron Range in Minnesota – sowie texanisches Erdgas.

Finanzierung mit US-Regierungsbeteiligung

Die Anlage wird durch die Series-A-Finanzierungsrunde von Hertha in Höhe von 133,65 Millionen US-Dollar finanziert. Bemerkenswert dabei: Die US-Regierung beteiligte sich mit einer Eigenkapitalinvestition von 65 Millionen US-Dollar. Jennifer Jett, Stabschefin des Unterstaatssekretärs für Kriegswesen in der Abteilung für wirtschaftliche Verteidigung, kommentierte die Investition deutlich: „Die heutige Investition in Hertha Metals zeigt, wie wirtschaftliche Verteidigung in der Praxis aussieht: frühzeitiges Handeln gegen strategische Engpässe, die Einbindung von privatem Kapital, die Absicherung unserer Steuergelder durch eine disziplinierte Eigenkapitalstruktur und der Aufbau heimischer Kapazitäten, bevor Unterbrechungen der Lieferkette zu einer Krise führen."

Das staatliche Engagement unterstreicht die strategische Bedeutung des Projekts. Die USA wollen ihre Abhängigkeit von China bei kritischen Materialien gezielt reduzieren – Hertha Metals soll dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Chinas Dominanz bei Magnetqualitätseisen im Visier

Der Hintergrund ist brisant: Schätzungsweise 94 Prozent des weltweit produzierten hochreinen Eisens für Seltenerdmagnete stammt aus China. NdFeB-Magnete – die wichtigste Magnetklasse für moderne Technologien – bestehen gewichtsanteilig zu rund 70 Prozent aus hochreinem Eisen. Sie kommen in Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen, Rechenzentren, der Robotik und in Verteidigungssystemen zum Einsatz. Für Deutschland und Europa ist diese Abhängigkeit ebenfalls ein wachsendes Risiko, da die Lieferketten für diese Schlüsseltechnologien eng miteinander verflochten sind.

Hertha Metals setzt auf ein eigens entwickeltes Verfahren namens FLEXHERS – kurz für „flexible fuel hydrogen electric reduction smelting". Dieses kombiniert Elektrolichtbogenofentechnologie mit Erdgas oder Wasserstoff, um Eisen und Stahl herzustellen. Das Verfahren gilt als flexibel und zukunftsfähig, da es perspektivisch auf Wasserstoff als Energieträger umgestellt werden kann.

Pilotanlage beweist Technologie bereits

Bereits im August erreichte Hertha in seiner Pilotanlage Pi100 einen Reinheitsgrad von 99,95 Prozent – ein Wert, der den Spezifikationen führender Magnethersteller entspricht. Das Unternehmen befindet sich derzeit in der aktiven Lieferantenqualifizierung mit großen US-Produzenten von Seltenerdmagneten. Die technologische Machbarkeit ist damit bereits unter Beweis gestellt.

CEO Laureen Meroueh zeigte sich optimistisch: „In den letzten zwei Jahren hat unser Team unermüdlich daran gearbeitet, das Versprechen unserer Technologie durch die Produktion unter Beweis zu stellen." Mit Chalyx gehe man nun den nächsten Schritt: „Wir beweisen das Geschäftsmodell und zeigen, dass unsere Technologie kommerziell einsatzfähig ist." Meroueh betonte zudem die langfristige Vision: „Erfolgreiche kommerzielle Abläufe hier werden den Grundstein für unser erstes Stahlwerk mit einer Kapazität von 500.000 Tonnen pro Jahr legen."

Die Inbetriebnahme von Chalyx ist für Ende 2027 geplant. Die Produktion von hochreinem Eisen in Magnetqualität soll Anfang 2028 anlaufen. Für die US-amerikanische Industrie – und mittelbar auch für westliche Lieferketten insgesamt – könnte das Projekt ein wichtiger Schritt zur Reduzierung der Abhängigkeit von chinesischen Rohstofflieferanten werden.

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