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Heliad plant Delisting: Ist das Angebot für Aktionäre fair?

Die Beteiligungsgesellschaft Heliad will die Börse verlassen – doch das Timing weckt bei Streubesitzaktionären berechtigte Zweifel.

Heliad plant Delisting: Ist das Angebot für Aktionäre fair?

Die Beteiligungsgesellschaft Heliad AG plant, sich von der Börse zurückzuziehen. Vorstand und Aufsichtsrat begründen diesen Schritt damit, dass eine Fortführung des Unternehmens außerhalb des börslichen Kapitalmarkts „der langfristigen Ausrichtung, dem Geschäftsmodell und den Interessen der Gesellschaft" besser entspreche. So steht es in einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens.

Für viele Beobachter und Privatanleger wirft diese Entscheidung jedoch mehr Fragen auf als sie beantwortet. Denn das Timing des geplanten Delistings erscheint zumindest erklärungsbedürftig: Die Heliad-Aktie hat sich nach einer vorangegangenen Schwächephase zuletzt wieder erholt und zeigt eine positive Kursentwicklung.

Kurs liegt deutlich unter dem Portfoliowert

Besonders brisant ist ein weiterer Aspekt: Gemessen am tatsächlichen Wert des Beteiligungsportfolios müsste der Aktienkurs von Heliad eigentlich deutlich höher notieren. Diese Diskrepanz zwischen dem inneren Wert des Unternehmens und dem Börsenkurs ist bei Beteiligungsgesellschaften nicht ungewöhnlich – sie wird in der Fachsprache als „Discount to NAV" bezeichnet, also ein Abschlag auf den Nettoinventarwert.

Genau dieser Umstand nährt den Verdacht, dass das Delisting strategisch kalkuliert sein könnte. Die Vermutung liegt nahe, dass das Unternehmen bewusst zu einem Zeitpunkt von der Börse genommen werden soll, an dem der Kurs noch nicht das volle Potenzial des Portfolios widerspiegelt. Für Großaktionäre oder strategische Investoren wäre das ein günstiger Einstiegszeitpunkt – auf Kosten der Streubesitzaktionäre.

Was bedeutet das Delisting für Kleinanleger?

Ein Börsenrückzug ist für Privatanleger grundsätzlich eine unangenehme Situation. Nach einem vollzogenen Delisting werden die Aktien nicht mehr an einer regulierten Börse gehandelt, was die Handelbarkeit erheblich einschränkt. Wer seine Anteile nicht rechtzeitig verkauft, sitzt unter Umständen auf illiquiden Papieren, die nur noch schwer oder gar nicht mehr veräußert werden können.

Wie Streubesitzaktionäre mit der Situation umgehen sollten, hängt laut Einschätzung von Marktbeobachtern vor allem vom individuellen Nervenkostüm ab. Wer auf eine mögliche Nachbesserung des Angebots oder eine spätere Wertsteigerung des Portfolios spekulieren möchte, geht ein erhöhtes Liquiditätsrisiko ein. Wer hingegen auf Sicherheit setzt, könnte den aktuellen Kurs als Ausstiegsgelegenheit nutzen – auch wenn dieser möglicherweise unter dem fairen Wert liegt.

Delisting als unterschätztes Risiko für Privatanleger

Delistings sind an deutschen Börsen kein seltenes Phänomen, werden aber von vielen Privatanlegern unterschätzt. Unternehmen sind nicht verpflichtet, ein faires Abfindungsangebot vorzulegen, das dem tatsächlichen Unternehmenswert entspricht. Aktionäre sollten daher genau prüfen, ob ein etwaiges Abfindungsangebot den inneren Wert der Gesellschaft angemessen abbildet.

Im Fall Heliad bleibt die entscheidende Frage offen: Warum jetzt? Eine überzeugende Antwort darauf hat das Unternehmen bislang nicht geliefert. Für Aktionäre ist das ein Warnsignal, das eine sorgfältige Abwägung erfordert.

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