Heizungsförderung wird gekürzt: Werden Wärmepumpen jetzt günstiger?
Die Bundesregierung kürzt die KfW-Förderung beim Heizungstausch. Ob Wärmepumpen dadurch billiger werden, ist umstritten.

Die schwarz-rote Koalition plant mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz eine deutliche Kürzung der staatlichen Heizungsförderung. Statt bisher 30.000 Euro sollen künftig zunächst maximal 28.000 Euro der Heizungskosten förderfähig sein – und dieser Betrag sinkt anschließend alle sechs Monate um weitere 750 Euro. Das Gesetz ist noch nicht vom Bundestag verabschiedet, und ob dies noch vor der Sommerpause geschieht, bleibt offen.
Nach dem aktuell geltenden Gebäudeenergiegesetz bezuschusst die Förderbank KfW bis zu 70 Prozent von 30.000 Euro Heizungskosten – das entspricht einem maximalen Zuschuss von 21.000 Euro. Diese 70 Prozent setzen sich aus drei Komponenten zusammen: einer Grundförderung von 30 Prozent, einem einkommensabhängigen Bonus von 30 Prozent sowie einem Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent. Auch wenn alle drei Bedingungen erfüllt sind, ist bei 70 Prozent Schluss.
Künftig dürfte dieser Höchstbetrag kaum noch erreichbar sein. Denn auch bei den Förderquoten plant die Koalition Einschnitte: Der Klimageschwindigkeitsbonus von bisher 20 Prozent soll schrittweise alle sechs Monate um vier Prozentpunkte abgebaut werden. Diesen Bonus erhalten Hauseigentümer bislang für den Austausch von Öl- oder Gasheizungen, die mindestens 20 Jahre alt sind. Insgesamt soll das Kürzungspaket die Bundesausgaben um rund zwei Milliarden Euro entlasten.
Wärmepumpen: Zu teuer wegen staatlicher Förderung?
Bislang fließen die KfW-Mittel überwiegend in die Förderung von Wärmepumpen – im vergangenen Jahr lag deren Anteil bei 87 Prozent. Mehrere Studien legen nahe, dass die üppigen staatlichen Zuschüsse Wärmepumpen in Deutschland im europäischen Vergleich verteuert haben könnten. Die RWTH Aachen kam im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, dass Wärmepumpen hierzulande doppelt so teuer sind wie in Großbritannien. Neben höheren technischen Anforderungen und Installationskosten machten die Forscher auch die staatliche Förderung für die Mehrkosten mitverantwortlich. Allerdings weist die Studie auch darauf hin, dass Wärmepumpen in Großbritannien von der Mehrwertsteuer befreit sind – in Deutschland ist das nicht der Fall.
Kritiker der bisherigen Förderpolitik vermuten, dass Hersteller die Zuschüsse in ihre Preisgestaltung eingerechnet haben. Sinken die staatlichen Hilfen, so die Theorie, müssten Anbieter ihre Margen reduzieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der britische Energieversorger Octopus Energy – der die RWTH-Studie aus dem Jahr 2025 in Auftrag gegeben hatte – zeigt sich überzeugt: Die Förderkürzung entlaste den Bundeshaushalt und zwinge den Markt dazu, Wärmepumpen zu günstigeren Preisen anzubieten.
Hersteller und Installateure widersprechen
Wärmepumpenhersteller sehen das skeptischer. Kai Schiefelbein, Vorsitzender der Geschäftsführung von Stiebel Eltron, erwartet keine sinkenden Gerätepreise: „Ein Sinken der Preise von Wärmepumpen, die ohnehin nur einen geringen Anteil der Gesamtkosten für die Umstellung der Heizung auf erneuerbare Energien ausmachen, ist nicht zu erwarten." Das Unternehmen verweist damit unter anderem auf die Installationskosten, die einen erheblichen Teil der Gesamtrechnung ausmachen.
Das Installationsunternehmen Thermondo verzichtet auf eine konkrete Preisprognose. Geschäftsführer Felix Plog sieht Installateure, Hersteller und Politik gleichermaßen in der Pflicht: „Die Regierung hat dabei die größten Hebel in der Hand und kann sie am schnellsten betätigen." Thermondo fordert unter anderem eine Senkung der Stromsteuer, um klimafreundliches Heizen auch mit weniger Förderung bezahlbar zu machen.
Neben der Förderhöhe spielen weitere Faktoren eine entscheidende Rolle für die Preisentwicklung bei Wärmepumpen: die Rohstoffpreise für Stahl und Kupfer, die Lohnkosten im Handwerk sowie die Gesamtnachfrage. Letztere hängt auch davon ab, wie konkurrenzfähig Alternativen wie Gasheizungen bleiben – und ob Energieversorger den vom Gebäudemodernisierungsgesetz geforderten Biogasanteil bei neuen Gasheizungen in ausreichender Menge liefern können.
Stichtag 21. Juli 2026: Alte Förderung läuft aus
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Zur AktienanalyseWer bereits eine Förderzusage der KfW erhalten hat, profitiert weiterhin von den alten Konditionen – es gilt die Gesetzeslage zum Zeitpunkt der Antragstellung. Das Bundeswirtschaftsministerium hat klargestellt, dass die neuen Förderbedingungen ab dem 21. Juli 2026 in Kraft treten. Zwischen dem 9. und 20. Juli 2026 wird das Antragsportal der KfW umgestellt; in dieser Zeit werden keine Antragsbestätigungen vergeben.
Der abrupte Wechsel sorgt für Kritik. Bastian Gierull, Geschäftsführer von Octopus Energy Germany, spricht von einer „Nacht-und-Nebel-Aktion": „Die Wärmepumpenförderung in einer Nacht-und-Nebel-Aktion umzustellen, ist ein fatales Signal für die Verbraucher." Die Bürger würden von der Politik überrumpelt – so lasse sich kein Vertrauen in die Wärmewende aufbauen.
Hauseigentümer sollten sich von der Aussicht auf eine niedrigere Förderung dennoch nicht zu übereilten Entscheidungen verleiten lassen. Entscheidend bleibt, welche Heizungsanlage für die eigene Immobilie langfristig am wirtschaftlichsten arbeitet. Auf eine Nutzungsdauer von 15 bis 20 Jahren gerechnet kann die richtige Heizungswahl mehr Geld sparen, als durch eine geringere Förderung verloren geht – vorausgesetzt, die Entscheidung basiert auf gründlicher Beratung und Planung.


