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Heizkosten steigen deutlich in vielen Haushalten

Rückkehr zur vollen Mehrwertsteuer und höherer Verbrauch belasten Verbraucher zusätzlich

Heizkosten steigen deutlich in vielen Haushalten

Viele Haushalte in Deutschland müssen sich auf deutlich höhere Heizkosten einstellen. Wie eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox zum Ende der Heizsaison zeigt, stiegen die Heizkosten für Gaskunden im Vergleich zum Vorjahr um rund 23 Prozent. Der Anstieg sei sowohl auf die Witterung als auch auf Preisentwicklungen zurückzuführen. Die durchschnittlichen Gaskosten für ein Einfamilienhaus beliefen sich demnach im vergangenen Winter auf etwa 1858 Euro, im Jahr zuvor lagen sie noch bei 1515 Euro. Neben den kälteren Temperaturen habe auch die Rückkehr zur regulären Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf Erdgas im April 2024 die Kosten erhöht.

Laut Verivox mussten Haushalte im Zeitraum von September bis März rund elf Prozent mehr heizen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Deutsche Wetterdienst verzeichnete den 14. milden Winter in Folge, wies jedoch auf ausgeprägte Frostphasen hin. Auch Heizölkunden zahlten mehr, obwohl die Preise im Jahresverlauf gesunken seien. Laut Verivox stiegen die durchschnittlichen Heizölkosten auf rund 1554 Euro, ein Plus von rund einem Prozent. Der erhöhte Wärmebedarf habe die Preisrückgänge nahezu ausgeglichen. Der genaue Preis hing dabei stark vom Zeitpunkt der Bestellung ab.

Das Portal HeizOel24 rechnet hingegen mit stabilen bis leicht sinkenden Kosten für Heizölkunden. Die Auswirkungen der Energiepreisschocks aus dem Jahr 2022 seien inzwischen überstanden, erklärte Geschäftsführer Oliver Klapschus. Auch Holzpellets seien zuletzt wieder günstiger geworden. Wer mit Erdgas heize, müsse derzeit ähnlich viel zahlen wie Heizölkunden.

Der Energiedienstleister Techem analysierte, dass der durchschnittliche Heizverbrauch für Öl, Gas und Fernwärme im Vergleich zum Vorjahr um 23,6 Prozent gestiegen sei. Die Einsparanstrengungen hätten spürbar nachgelassen, so Techem-Chef Matthias Hartmann. Viele Verbraucher dürften sich daher bei der nächsten Heizkostenabrechnung auf höhere Nachzahlungen einstellen.

In Deutschland wird in Millionen Haushalten mit Öl und Gas geheizt. Laut einer Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft setzen fast drei Viertel der Heizungen auf diese Energieträger. Das von der Ampel-Koalition beschlossene neue Gebäudeenergiegesetz soll langfristig für einen Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen sorgen. Die geplante neue Bundesregierung aus Union und SPD beabsichtigt, dieses Gesetz abzuändern und technologieoffener zu gestalten.

Der Deutsche Mieterbund betont die Rolle der Vermieter bei den Heizkosten. Diese hätten Einfluss auf die energetische Qualität der Gebäude, die Wahl der Heizsysteme und die Effizienz der Anlagen. Die Erhöhung des CO₂-Preises zu Beginn des Jahres 2025 führe ebenfalls zu zusätzlichen Kosten für Haushalte mit fossilen Brennstoffen.

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