Heidelberg Materials plant Verkauf seines Zementgeschäfts
Adani Group und weitere Unternehmen zeigen Interesse an Übernahme

Heidelberg Materials steht Berichten zufolge in Verhandlungen mit der Adani Group über den Verkauf seines indischen Zementgeschäfts. Laut der „Economic Times“ könnte der Transaktionswert bei etwa 1,2 Milliarden Dollar liegen. Neben Adani sind auch andere Unternehmen wie UltraTech und JSW Cement an einer Übernahme der Tochtergesellschaft des DAX-Konzerns interessiert.
Heidelberg Materials äußerte sich bislang nicht zu den Verhandlungen, und eine Stellungnahme von Adani war zunächst nicht erhältlich. Trotz der Ungewissheit über den Ausgang der Gespräche reagierten die Märkte positiv: Die Aktien von Heidelberg Materials stiegen zu Handelsbeginn um mehr als drei Prozent, während die Anteilsscheine der indischen Tochtergesellschaft, Heidelberg Cement India, um über 14 Prozent an Wert gewannen. Letztere erreichte damit eine Bewertung von rund 675 Millionen Dollar.
Die Nachfrage in der indischen Zementindustrie ist aufgrund höherer Staatsausgaben für Wohnungsbau und Infrastruktur gestiegen. Jedoch steht der Sektor unter erheblichem Preisdruck, was im zweiten Quartal zu einem Rückgang der Gewinne von Heidelberg Materials führte. Die Branche zeigt derzeit Bewegung in Bezug auf Übernahmen. Vor zwei Jahren hatte die Adani Group, angeführt von Milliardär Gautam Adani, bereits den indischen Geschäftsbereich des Schweizer Zementherstellers Holcim übernommen und seitdem auch mehrere lokale Firmen akquiriert.
Heidelberg Materials trat 2006 in den indischen Markt ein und erwarb damals mehrere Unternehmen. Aktuell betreibt der Baustoffkonzern vier Zementwerke in Indien mit einer Gesamtproduktion von 12,5 Millionen Tonnen. Im vergangenen Jahr entsprach dies über sieben Prozent der gesamten Produktionskapazität des Unternehmens, das auch Zusatzstoffe wie Sand und Kies sowie Beton herstellt. In der globalen Zementbranche nimmt Heidelberg Materials hinter zwei chinesischen Herstellern und Holcim den vierten Platz ein.
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Zur AktienanalyseBei einer Analystenkonferenz im Juli hatte der Vorstandsvorsitzende Dominik von Achten betont, dass die Marktposition in Indien noch nicht ideal sei. Aufgrund des Konsolidierungstrends bleibt das Unternehmen flexibel und prüft verschiedene Optionen, einschließlich zusätzlicher Investitionen.


