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Hantavirus-Ausbruch: Neue Verdachtsfälle in Spanien und Tristan da Cunha

Nach dem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius melden Spanien und die abgelegene Insel Tristan da Cunha neue Verdachtsfälle.

Hantavirus-Ausbruch: Neue Verdachtsfälle in Spanien und Tristan da Cunha

Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius weitet sich aus. Neben den acht von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfassten Erkrankten an Bord des unter niederländischer Flagge fahrenden Schiffes gibt es nun zwei weitere Verdachtsfälle – einer in der südostspanischen Provinz Alicante, einer auf der britischen Insel Tristan da Cunha im Südatlantik. Drei der Passagiere sind bereits verstorben.

Die WHO bestätigte am Freitag, dass sechs der acht Verdachtsfälle an Bord als Hantavirus-Infektionen gesichert wurden. Bei dem nachgewiesenen Erreger handelt es sich um das Andes-Virus – die einzige bekannte Hantavirus-Spezies, die in begrenztem Maße auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die Sterblichkeitsrate unter Infizierten liegt laut WHO in den Vereinigten Staaten bei bis zu 50 Prozent.

Wie sich der Ausbruch entwickelte

Das Schiff war im März in Argentinien in See gestochen und hatte Stopps in der Antarktis sowie an weiteren Orten eingelegt, bevor es Kurs nach Norden auf die Gewässer vor den Kapverden nahm. An Bord befanden sich 147 Passagiere und Besatzungsmitglieder, als der WHO am Sonntag erstmals eine Häufung schwerer Atemwegserkrankungen gemeldet wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits 34 weitere Passagiere das Schiff verlassen.

Bei den drei Todesopfern handelt es sich um ein niederländisches Ehepaar und einen deutschen Staatsangehörigen. Vier weitere bestätigte Infizierte – zwei Briten, ein Niederländer und ein Schweizer – befanden sich am Freitag noch in stationärer Behandlung in Krankenhäusern in den Niederlanden, Südafrika und der Schweiz. Der Kreuzfahrtbetreiber Oceanwide teilte am Donnerstag mit, dass sich keine Personen mit Symptomen mehr an Bord befänden.

Neue Verdachtsfälle außerhalb des Schiffes

In Spanien wurde bei einer 32-jährigen Frau aus der Provinz Alicante eine mögliche Hantavirus-Infektion festgestellt. Sie hatte im Flugzeug kurzzeitig zwei Reihen hinter einer Niederländerin gesessen, die sich auf der Hondius infiziert hatte. Die Niederländerin verließ den Flug am 25. April krank in Johannesburg und verstarb später im Krankenhaus. Die spanische Frau zeigt laut dem regionalen Gesundheitsministerium „leichte Atemwegssymptome" und wurde zur Testung in ein Krankenhaus eingeliefert.

Auf Tristan da Cunha – der abgelegensten bewohnten Insel der Welt mit rund 200 Einwohnern, mehr als 2.400 Kilometer von der nächsten bewohnten Insel St. Helena entfernt – besteht bei einem britischen Passagier der Verdacht auf eine Infektion. Er soll sich vom 13. bis 15. April an Bord der Hondius befunden haben, als das Schiff die Insel anlief. Die britische Health Security Agency machte keine weiteren Angaben zu seinem Zustand.

WHO: Geringes Risiko für die Allgemeinheit

Trotz der neuen Fälle betonen WHO-Vertreter, dass das Risiko für die breite Öffentlichkeit gering sei. „Basierend auf der Dynamik dieses Ausbruchs, der Art und Weise der Ausbreitung sowie der Nicht-Ausbreitung unter den Personen auf dem Schiff und jenen, die bereits von Bord gegangen sind, schätzen wir das Risiko für die allgemeine Bevölkerung weiterhin als gering ein", sagte Anais Legand, technische Referentin der WHO für virale Bedrohungen, in einem Online-Briefing.

Die Hondius war am Freitag auf dem Weg nach Teneriffa auf den Kanarischen Inseln und sollte dort am frühen Sonntag anlegen. Alle ankommenden Passagiere und Besatzungsmitglieder sollen vor dem Verlassen des Schiffes untersucht werden – gemäß Richtlinien, die derzeit noch von der WHO und anderen Gesundheitsbehörden finalisiert werden.

Unter den Passagieren befanden sich laut Oceanwide 17 US-Bürger. Die US-Gesundheitsbehörde CDC teilte mit, dass die in die Vereinigten Staaten zurückkehrenden Passagiere per „medizinischem Rückholflug" nach Omaha transportiert und dort an der University of Nebraska unter Quarantäne gestellt werden. Die CDC stufte den Ausbruch als Notfalleinsatz der „Stufe 3" ein – die niedrigste Stufe der Notfallaktivierung. Der Fall gilt als erster dokumentierter Hantavirus-Ausbruch auf einem Schiff weltweit.

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