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Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Alle Passagiere gelten als Hochrisikokontakte

Nach drei Todesfällen auf der MV Hondius stuft die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sämtliche Passagiere als Hochrisikokontakte ein.

Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Alle Passagiere gelten als Hochrisikokontakte

Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat alle Passagiere des vom Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffs MV Hondius als Hochrisikokontakte eingestuft. Dies teilte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten am Samstag im Rahmen einer wissenschaftlichen Eilberatung mit. Die Einstufung hat unmittelbare Konsequenzen für die Rückführung der Betroffenen in ihre Heimatländer.

Symptomfreie Passagiere werden demnach nicht über reguläre Linienflüge, sondern mittels speziell organisierter Transporte in ihre jeweiligen Heimatländer zurückgebracht. Dort erwartet sie häusliche Quarantäne. Die betroffenen Länder bereiteten die Evakuierung ihrer Staatsbürger von der MV Hondius für etwa 06:30 bis 07:00 Uhr GMT vor.

Drei Todesfälle – darunter ein deutscher Staatsangehöriger

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Freitag sind insgesamt acht Personen erkrankt. Drei von ihnen sind verstorben: ein niederländisches Ehepaar sowie ein deutscher Staatsangehöriger. Bei sechs der acht Erkrankten wurde eine Infektion mit dem Hantavirus laboratorisch bestätigt. Darüber hinaus gibt es laut WHO zwei weitere Verdachtsfälle.

Obwohl alle Passagiere beim Verlassen des Schiffes als Hochrisikogruppe gelten, betont das ECDC, dass dies nicht zwangsläufig für alle Personen nach ihrer Rückkehr in die Heimatländer gilt. Die Behörde drängte darauf, symptomatische Passagiere bei der Ankunft vorrangig medizinisch zu untersuchen und zu testen. Je nach Gesundheitszustand könnten diese auf Teneriffa isoliert oder medizinisch in ihre Heimat evakuiert werden.

Übertragungsweg und Risikoeinschätzung

Das Hantavirus wird üblicherweise durch Nagetiere übertragen – etwa durch den Kontakt mit deren Ausscheidungen, Speichel oder Urin. In seltenen Fällen ist jedoch auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. Die Gesundheitsbehörden erklärten, das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus sei insgesamt gering.

Für deutsche Privatanleger und Reisende ist der Fall besonders relevant, da ein deutscher Staatsangehöriger unter den Todesopfern ist. Die koordinierte Reaktion der europäischen Gesundheitsbehörden zeigt, wie ernst die Lage eingeschätzt wird – auch wenn das allgemeine Ausbreitungsrisiko nach aktuellem Stand als niedrig gilt.

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