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Hanf-THC-Verbot in den USA: Können staatlich regulierte Unternehmen überleben?

Das drohende US-Bundesverbot für Hanf-THC-Produkte ab November stellt Unternehmen und Bundesstaaten wie Minnesota vor existenzielle Fragen.

Hanf-THC-Verbot in den USA: Können staatlich regulierte Unternehmen überleben?

Die USA stehen vor einem regulatorischen Scheideweg im Hanfmarkt. Ab dem 12. November drohen die meisten Hanfprodukte unter US-Bundesrecht illegal zu werden – sofern der Kongress nicht eingreift. Das Weiße Haus unter Präsident Trump fordert den Kongress auf, das bevorstehende Verbot zu verschieben oder zu stoppen, wie aus einer Durchführungsverordnung vom 18. Dezember hervorgeht.

Sollte der Kongress untätig bleiben, könnten Hanfprodukte dennoch weiter verfügbar bleiben – reguliert und besteuert auf Ebene der Bundesstaaten, ähnlich wie staatlich legalisiertes Cannabis. Genau das plant Minnesota. Eric Taubel, Direktor des staatlichen Office of Cannabis Management, erklärte gegenüber dem Minneapolis Star Tribune, dass der Bundesstaat die Produkte weiterhin so regulieren würde, wie er es seit 2022 tut.

Minnesota erlaubt aus Hanf gewonnene Lebensmittel (Edibles) mit bis zu 5 Milligramm THC pro Portion sowie Hanfgetränke mit bis zu 10 Milligramm THC. Besonders bemerkenswert: Im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten wie Kalifornien können Hanf-THC-Produkte in Minnesota bei etablierten Einzelhändlern wie Target und Total Wine & Spirits verkauft werden.

Wer würde das Verbot überhaupt durchsetzen?

Selbst wenn das Hanfverbot in Kraft tritt, bleibt unklar, wer es durchsetzen würde. Laut einem Bericht des Congressional Research Service vom Dezember könnten weder die US-Drogenbehörde DEA noch die US-Arzneimittelbehörde FDA „über die nötigen Ressourcen verfügen", um das Verbot von Hanfprodukten zu überwachen. Dies lässt erhebliche Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit des Verbots aufkommen.

Taubel warnte jedoch, dass eine Einstufung als Schedule-1-Substanz – die strengste Kategorie des US-Drogenrechts, in der auch Cannabis geführt wird – Unternehmer davon abhalten könnte, in den Hanfmarkt einzusteigen oder darin zu bleiben. Dieses Phänomen ist aus der Cannabisbranche bekannt, die trotz staatlicher Legalisierung in vielen US-Bundesstaaten mit massiven Hürden kämpft.

Steuerliche und finanzielle Folgen für die Branche

Besonders gravierend wäre die Anwendung des Internal Revenue Service Code 280E auf Hanf-THC-Anbieter. Diese Steuervorschrift verbietet Unternehmen, die mit Schedule-1-Substanzen handeln, den Abzug normaler Betriebsausgaben – ein zentrales Problem, das die Cannabisbranche seit Jahren belastet. Hanfproduzenten würden damit dieselben Komplikationen beim Zugang zu Bankdienstleistungen, Krediten und Versicherungen erfahren wie Cannabisunternehmen.

Dies würde viele der Wettbewerbsvorteile zunichtemachen, die Hanfproduzenten bisher durch die Einhaltung des US-Landwirtschaftsgesetzes (Farm Bill) genossen haben. Betroffen wären auch Besitzer kleiner Spirituosengeschäfte und Brauereien, die durch Hanf-THC-Produkte Umsatzsteigerungen verzeichnen konnten. „Einzelne Unternehmen werden Entscheidungen darüber treffen", ob sie auf konforme Produkte umsteigen oder „komplett aus dem Hanfgeschäft aussteigen", so Taubel.

Drei Gesetzentwürfe im Kongress – bisher ohne Anhörung

Im US-Kongress liegen derzeit mehrere Gesetzentwürfe vor, die das Verbot abwenden sollen:

HEMP Act

(Hemp Enforcement, Modernization and Protection Act): Eingebracht von den Abgeordneten Morgan Griffith (Republikaner, West Virginia) und Marc Veasey (Demokrat, Texas) im Januar; soll sich auf CBD-Produkte beschränken.

Hemp Safety Enforcement Act

: Eingebracht im April von Senatorin Amy Klobuchar (Demokratin, Minnesota) und Senator Rand Paul (Republikaner, Kentucky); würde es Bundesstaaten ermöglichen, das Bundesverbot abzulehnen.

Lawful Hemp Protection Act

: Eingebracht am Mittwoch von Abgeordnetem Andy Barr (Republikaner, Kentucky) und Abgeordneter Angie Craig (Demokratin, Minnesota); würde Hanf-THC-Produkte erstmals auf Bundesebene besteuern und regulieren sowie neue Produktstandards mit höherem zulässigem THC-Gehalt festlegen.

Für keinen der drei Gesetzentwürfe wurde bisher eine Anhörung anberaumt, wie aus Congress.gov hervorgeht. Die Zeit drängt: Der Senat wird in den nächsten vier Monaten an weniger als 30 Tagen tagen, was die Chancen auf eine rechtzeitige Lösung erheblich mindert.

Das drohende Verbot könnte zudem ein neu entstehendes Erstattungsprogramm gefährden, das bis zu 500 US-Dollar pro Jahr für Hanfbehandlungen im Rahmen staatlich subventionierter Gesundheitsfürsorge vorsieht. Die Lage bleibt damit für die gesamte US-Hanfbranche höchst ungewiss.

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