ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Handelswege im Wandel durch Huthi-Angriffe

Deutsche Unternehmen suchen Lösungen für Lieferkettenprobleme und steigende Kosten

Handelswege im Wandel durch Huthi-Angriffe

In der deutschen Handelslandschaft herrscht zunehmende Besorgnis aufgrund der anhaltenden Huthi-Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer. Diese Vorfälle haben direkte Auswirkungen auf die Lieferketten, was zu potenziellen Lücken in den Regalen deutscher Geschäfte führen könnte. Besonders betroffen sind Produkte, die aus Fernost importiert werden, wie Mu-Err-Pilze, Bambus, Mangos und spezielle Gewürze. Felix Ahlers, Inhaber des Tiefkühlunternehmens Frosta, äußert Bedenken über die Verfügbarkeit dieser Zutaten, die für ihre asiatischen Tiefkühlgerichte essentiell sind.

Die Angriffe, die seit zwei Monaten andauern, stellen eine besondere Herausforderung für den Handel mit Sportartikeln und Kleinelektronik dar. Patrick Lepperhoff, ein Experte für Lieferketten bei der Beratung Inverto, weist darauf hin, dass es bei Produkten wie Smartphones, Bildschirmen oder Laptops zu Engpässen kommen kann. Besonders kritisch ist die Situation für Unternehmen, die saisonabhängige Ware anbieten, wie Fast-Fashion-Unternehmen. Julien Cote vom Logistikdienstleister Wakeo erklärt, dass Verzögerungen von nur zwei Wochen bereits gravierende Auswirkungen auf diese Unternehmen haben können.

Einige Firmen, wie der Arbeitsbekleidungsanbieter Engelbert Strauss, suchen nach Lösungen, um ihre Lieferfähigkeit aufrechtzuerhalten, trotz der Herausforderungen, die längere Lieferzeiten und erhöhte Kosten mit sich bringen. Luftfracht wird als Alternative in Betracht gezogen, obwohl dies die Kosten erheblich steigert. Daniel Terberger vom Modedienstleister Katag warnt vor möglichen Preissteigerungen von bis zu zehn Prozent bei anhaltenden Beeinträchtigungen der Seeroute.

Trotz der schwierigen Lage betonen viele Unternehmen, dass sie nicht in ernste Schwierigkeiten geraten. So hat beispielsweise Frosta-Chef Felix Ahlers erklärt, dass Lieferengpässe bei einigen ihrer Produkte kein „totales Desaster“ darstellen würden. Tchibo und Ikea haben bereits Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der Lieferverzögerungen zu minimieren. Aldi Nord arbeitet ebenfalls daran, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

Unternehmen wie Woolworth haben aus früheren Krisen gelernt und planen nun mit mehr zeitlichem Puffer für die Belieferung ihrer Saisonware. Burkhard Schültken, Logistikchef von Woolworth, weist darauf hin, dass die Seefrachtkosten sich seit November 2023 nahezu verdreifacht haben, was Fragen über die Preisgestaltung der Reedereien aufwirft.

Auch Konsumgüterhersteller bereiten sich auf mögliche Lieferengpässe vor. Teekanne-Chef Frank Schübel schätzt, dass die Mehrkosten für den Umweg um Afrika einen hohen sechsstelligen Betrag für ein ganzes Jahr ausmachen könnten. Trotz der Herausforderungen bleiben echte Engpässe bei Lebensmitteln eher die Ausnahme. Der Gewürzhersteller Avo aus Osnabrück und der Ölsaatenverband Ovid bestätigen, dass es derzeit keine größeren Lieferengpässe gibt.

Große Kosmetikhersteller wie Beiersdorf und Henkel planen ebenfalls mit längeren Lieferzeiten und höheren Kosten, sehen aber keine ernsthaften Folgen für die Verfügbarkeit ihrer Produkte. Cosnova und Babor, zwei weitere bedeutende Unternehmen in der Kosmetikbranche, passen ihre Bestellpraktiken an, um die längeren Lieferzeiten zu berücksichtigen, und beklagen steigende Frachtkosten.

Logistik

Disclaimer