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Handelskrieg eskaliert: Kanada verhängt Vergeltungszölle gegen US-Waren

Kanada erhebt Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von 20 Milliarden Dollar als Antwort auf Trumps handelspolitische Maßnahmen

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Handelskrieg eskaliert: Kanada verhängt Vergeltungszölle gegen US-Waren

**Handelskrieg erreicht neue Stufe: Kanada verhängt Vergeltungszölle

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Der seit 18 Monaten schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Seit Dienstag sind kanadische Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar in Kraft. Die Abgaben bewegen sich zwischen 15 und 50 Prozent und betreffen eine breite Produktpalette – von Stahl über Elektronik und Möbel bis hin zu Kleidung, Haushaltsgeräten und Molkereiprodukten.

Es handelt sich um eine direkte Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump im Vormonat verhängten Zölle auf kanadische Exporte in gleicher Höhe. Beide Länder liefern sich damit eine handelspolitische Auseinandersetzung, deren wirtschaftliche Folgen für Unternehmen und Verbraucher auf beiden Seiten der Grenze immer deutlicher spürbar werden.

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Diplomatische Bemühungen vorerst gescheitert

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Die diplomatischen Bemühungen zur Beilegung des Streits sind vorerst gescheitert. Obwohl beide Seiten vor zwei Wochen noch kurz vor einer Einigung standen, brachen die Verhandlungen kurz vor Ablauf einer US-Frist ab. Sowohl Washington als auch Ottawa machen sich gegenseitig für das Scheitern verantwortlich. Laut Regierungskreisen finden derzeit keinerlei Gespräche zwischen den zuständigen Ministern oder Beamten statt.

Die Lage wird zusätzlich durch die zunehmende Unsicherheit um das US-Mexiko-Kanada-Abkommen (USMCA) verschärft. Trumps Entscheidung, das Abkommen nicht um ein weiteres Jahrzehnt zu verlängern, stellt dessen Zukunft infrage. Die US-Zölle beruhen auf einem Gesetz aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise und umgehen dabei die USMCA-Ausnahmeregelungen. Dies ist besonders kritisch, da Kanada rund 68 Prozent seiner Gesamtexporte in die USA liefert – wovon bisher etwa 80 Prozent zollfrei gehandelt wurden.

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Kanada in der Zwickmühle

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Michael Harvey, Geschäftsführer der Canadian Agri-Food Trade Alliance, äußerte sich besorgt über eine „Eskalationsspirale“. Gleichzeitig räumte er ein, dass Premierminister Mark Carney unter Druck stehe, wirtschaftliche Hebel gegen die rund 13-mal größere US-Wirtschaft zu finden. Kanada muss sich also etwas einfallen lassen, um dem wirtschaftlichen Ungleichgewicht zwischen den beiden Nachbarn etwas entgegenzusetzen.

Innenpolitisch genießt Carney derzeit noch breite Unterstützung für seinen Kurs. Analysten warnen jedoch, dass diese Zustimmung schwinden könnte, sobald die wirtschaftlichen Folgen des Handelskriegs für die kanadische Bevölkerung deutlicher spürbar werden. In den USA stoßen die Maßnahmen Trumps auf wenig Gegenliebe: Laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage befürworten lediglich 20 Prozent der Amerikaner die Zölle auf kanadische Waren.

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Trump droht mit weiteren Eskalationen

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Die Lage bleibt angespannt. Präsident Trump hat bereits gedroht, die Zölle auf kanadische Autos und Autoteile ab dem 1. Januar auf 50 Prozent zu erhöhen. Dies würde insbesondere die stark vernetzte Automobilindustrie in Nordamerika hart treffen. Zusätzlich sorgte eine von Trump unterzeichnete Executive Order für Verstimmungen, die den Lake Ontario in „Lake America“ umbenannte – ein symbolträchtiger Schritt, der in Kanada als weitere Provokation aufgefasst wird.

Trotz der festgefahrenen Situation betonte Carney vergangene Woche die Bereitschaft Kanadas, ein für beide Seiten vorteilhaftes Abkommen zu unterzeichnen. Experten wie Harvey mahnen jedoch zur Besonnenheit: Die kanadische Regierung müsse die Kommunikationskanäle offenhalten und sich nicht von der Rhetorik der US-Seite zu überhasteten Reaktionen hinreißen lassen.

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Ausblick: Was bedeutet das für Anleger?**

Der Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada bleibt ein erheblicher Unsicherheitsfaktor für die nordamerikanischen Märkte. Unternehmen, die stark in den bilateralen Lieferketten verankert sind, müssen mit steigenden Kosten und Planungsunsicherheit rechnen. Insbesondere Branchen wie die Automobilindustrie, die Stahlverarbeitung und die Landwirtschaft sind direkt betroffen. Anleger sollten die Entwicklung genau im Auge behalten – eine schnelle Einigung ist nach dem Scheitern der jüngsten Verhandlungen nicht in Sicht.

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