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Halbleiterwerte im Höhenflug: KI-Investitionen sprengen alle Grenzen

Asiatische Märkte folgen Wall-Street-Rekord – Kospi steigt 4%, SpaceX und AMD enttäuschen nachbörslich trotz Rekordwerten.

5. August 2026 3 Min
Halbleiterwerte im Höhenflug: KI-Investitionen sprengen alle Grenzen

Die asiatischen Märkte haben den Rekordschluss an der Wall Street mit breiten Gewinnen bei Halbleiterwerten fortgesetzt. Der südkoreanische Kospi legte um beeindruckende 4,0% zu, angeführt von Schwergewichten wie SK Hynix und Samsung. Rückschläge bei SpaceX und AMD, die die extrem hohen Markterwartungen verfehlten, wurden dabei weitgehend ignoriert.

Im Fokus steht der rasant wachsende Wettbewerb im Speicherchip-Sektor. Reuters berichtete, dass Technologiegiganten Anlagen zur Chipherstellung des chinesischen Unternehmens Advanced Micro-Fabrication Equipment (AMEC) für einen möglichen Einsatz in ihren chinesischen Fabriken prüfen. Dies könnte für die US-amerikanischen Ausrüster Applied Materials und Lam Research zum Problem werden, die derzeit Ätzwerkzeuge in die Region liefern, jedoch dem wachsenden Risiko strengerer US-Exportbeschränkungen ausgesetzt sind.

SpaceX verbrennt Milliarden – Cashflow unter Druck

Trotz eines Rekordumsatzes von 7,8 Milliarden US-Dollar geriet SpaceX nachbörslich unter Druck. Die Investitionsausgaben (Capex) kletterten auf über 18 Milliarden US-Dollar, wovon allein fast 16 Milliarden US-Dollar auf den Bereich Künstliche Intelligenz entfielen. Analysten befürchten, dass das Unternehmen Barmittel in einem so rasanten Tempo verbrennt, dass es sich über Aktien und/oder Anleihen erneut um eine Marktfinanzierung bemühen muss.

Die Anleihen des Unternehmens hatten in den vergangenen Wochen bereits Federn gelassen. Zusätzlichen Druck erzeugt die Tatsache, dass am Donnerstag 911,5 Millionen Aktien von Insidern und Mitarbeitern für einen möglichen Verkauf freigegeben werden. Die SpaceX-Aktie verlor nachbörslich 7,5% und machte damit den Großteil des Tagesgewinns von 9,4% aus dem regulären Handel zunichte.

Ähnlich erging es AMD: Der Chiphersteller gab nachbörslich 8,8% nach. Umsatz und Ausblick übertrafen zwar die Erwartungen der Wall Street, aber offenbar nicht deutlich genug, um das bisherige Jahresplus der Aktie von 142% zu rechtfertigen. Das Beispiel zeigt, wie hoch die Messlatte für Tech-Unternehmen in diesem Marktumfeld liegt.

Ölpreisrückgang entlastet Anleihemärkte

Parallel dazu setzte der Ölpreis seinen Rückgang fort. Brent fiel um weitere rund 1,5% auf 78,24 US-Dollar pro Barrel – weit entfernt vom Junihoch bei 102 US-Dollar. Dieser Rückgang linderte den Druck auf die Anleihemärkte und drückte die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen auf 5,60%.

Die Märkte schraubten daraufhin ihre Wetten auf eine weitere Straffung durch die US-Notenbank Federal Reserve zurück. Die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September sank von 67% auf 57%. Katar meldete unterdessen Fortschritte bei Vermittlungsbemühungen zur Beendigung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran, wenngleich Details rar blieben und Teheran eine Beteiligung an den Gesprächen nicht bestätigte.

Analysten zufolge deuten Berichte über die Schiffsverfolgung darauf hin, dass die Ölströme aus dem Golf höher ausfielen als erwartet. Anleger befürchten, dass der Markt schnell in ein Überangebot umschlagen könnte, sollte die Straße von Hormus auch nur geringfügig geöffnet werden.

Wichtige Termine und Daten im Blick

Für den weiteren Handelstag stehen in Europa Ergebnisberichte von Siemens Energy, Infineon, Heineken und Novo Nordisk sowie einer Reihe von Banken auf der Agenda. Aus den USA werden Zahlen von DoorDash, eBay, Uber, Eli Lilly, Honeywell, Kraft Heinz, SanDisk, Western Digital und Walt Disney erwartet.

Auf der Datenseite stehen folgende Veröffentlichungen im Fokus:

  • S&P-Einkaufsmanagerindizes (PMI) für den Dienstleistungssektor der EU für Juli
  • Erzeugerpreise der EU für Juni
  • US-ISM-Dienstleistungsindex
  • S&P-PMI für den US-Dienstleistungssektor
  • ADP-Beschäftigungszahlen für Juli

Zudem spricht Lisa Cook, Mitglied des Gouverneursrats der Federal Reserve, was Investoren angesichts der zuletzt gesunkenen Zinserhöhungserwartungen genau verfolgen werden.

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